Boot To Gecko: Mozillas “ChromeOS” für Handys und Tablets

 

Mozillas Rendering Engine "Gecko"

Mit Boot To Gecko hat Mozilla, bekannt für den Webbrowser Firefox (auch für Android) und den Mailclient Thunderbird, erste Ideen zu einem Konkurrenzsystem zu Googles ChromeOS vorgestellt. Wie alle Projekte von Mozilla greift man auch hier wieder auf Open Source Komponenten zurück, Kernstück ist ausgerechnet ein schlanker Android-Kern (der wiederum auf Linux aufsetzt) sowie die Layoutengine für die allermeisten Mozilla-Produkte Gecko.

Wie das ChromeOS sollen Anwendungen auf Webstandards basieren und die allermeisten Daten in der Cloud gesichert sein, die Nutzung von der Offline-Storage-API in HTM5 soll aber auch zur Geltung kommen. Ebenfalls soll eine ständige Internetverbindung nötig sein, weil eben alles im Web abläuft. Mit Funktionen wie Zugriffen auf SMS-Speicher, Kamera, Bluetooth und NFC direkt im Browser (teilweise in der HTML5-Spezifikation auch so festgehalten aber kaum implementiert) will Mozilla eine offene Alternative gegenüber den anderen großen Entwicklern darstellen und auch gleichzeitig die Entwicklung vorantreiben, weil eben beispielsweise Apple und Google angeben, im Web die Zukunft weg von nativen Apps sei, aber dennoch nicht entsprechende APIs für die Webentwickler freigeben. Des weiteren soll der Zugriff auf die USB-Schnittstelle möglich sein.

Mit seinen Funktionen richtet sich Boot To Gecko (auch teilweise Boot 2 Gecko und B2G geschrieben) anders als das ChromeOS, was auf ChromeBook genannten Netbooks ausgeliefert wird, verstärkt an Smartphones und Tablets. Hinsichtlich der Hardware-Plattformen hält sich Mozilla bislang bedeckt, aber zum Beispiel die Tegra2-Plattform und ihr Nachfolger Kal-El sind durch ihre Hardwarebeschleunigung, die sie für grafiklastige Spiele und Anwendungen attraktiv macht, ein klares Ziel. Prinzipiell soll aber jedes Android-Handy theoretisch auch mit B2G laufen können.

Wann wir erste Testversionen sehen können, steht noch in den Sternen, und auch ob hier eine ernsthafte Alternative geschaffen wird, ist fraglich. Google hat viele Hardwarehersteller als Partner, sodass beispielsweise die ChromeBooks bei Amazon es bereits bis in die Top5 geschafft haben. Diesen Vorteil hat Mozilla jedoch nicht und das Installieren von alternativen Betriebssystem ist auch nicht jedermann Sache. Dennoch hat die Non-Profit-Organisation, die das Web jahrelang vorangetrieben hat und deswegen völlig zu Recht mit seiner Browser und Maillösung einer größten Mitspieler in dem Bereich ist, mit seiner Syncanwendung eine deutlich bessere Leistung als Google abgeliefert, wo alle Daten immer auf Google-Servern eingesperrt gesichert sind und auch die Synchronisation mit dem Android-Browser ist nur durch Zusatzanwendungen möglich.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

Ein Kommentar zu “Boot To Gecko: Mozillas “ChromeOS” für Handys und Tablets”

  1. [...] auf das offene Web setzt. Jetzt ist das Projekt soweit fortgeschrittenen, dass man der Einfachheit Boot2Gecko in Firefox OS umbenannt hat und der spanischen Netzanbieter Telefónica (O2 in Deutschland) als [...]

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