Microsoft enthüllt Windows 8

Nun ist es amtlich: mit dem nächsten Windows 8 hält die Metro-Oberfläche, bereits von Windows Phone 7 bekannt, auch Einzug auf den Desktop (und Tablet). Die einleitende Präsentation von Windows 8 auf der Entwicklerkonferenz Build ist soeben beendet und die erste Beta von Windows 8 kann nun auf dev.microsoft.com heruntergeladen werden. Nach einer Bootzeit von nur 8 Sekunden ist man in der neuen Metro-Oberfläche mit ihren Kacheln.

Auch wenn man noch weiterhin auf den “alten” Desktop zugreifen kann, so ist seine Zeit als Standard vorbei. Nach dem Einloggen mittels Windows Live ID sind die einzelnen Kacheln mit E-Mailübersicht, Wetter, Kalender etc., welche sowohl traditionell mit Tastatur und Maus als auch per Touch bedient werden können. Mit eingebaut ist eine systemweite Suche aller Apps und Dateien, die entweder per Wischen an der Seite geöffnet werden kann oder durch einfaches Lostippen auf der Tastatur automatisch sich öffnet. Die Kacheln, welche sich bereits bei Windows Phone 7 automatisch mit neuen Informationen gefüllt haben, kann man auch hier nach Belieben anordnen und die Hintergrundfarbe anpassen. Außerdem ist wie auf dem Smartphone ein Menü zum Teilen eingebaut, mit welchem man beispielsweise aus der Fotoapp heraus unkompliziert den Inhalt an die Facebook-App oder per E-Mail versenden kann.

Multitasking war schon seit der ersten Windows-Version dabei und so ist es ganz natürlich, dass man das System sinnvollerweise weiter beibehält. Während man in Windows 7 mit Aero Snap bereits mehrere Fenster nebeneinander stellen konnte, wird dies auf ganze Apps ausgeweitet. Denn man hat nicht nur die Optik vom Smartphone kopiert sondern nun ist alles eine App. Microsoft arbeitet deswegen an einem entsprechenden Windows Store für die verschiedenen Apps und kann mit diesem sicherlich auch viele neue Entwickler angeln. Schließlich hat eine Reichweite von voraussichtlich 500 Millionen Nutzern gewaltiges Potential. Entsprechend hat man sich auch viel Mühe gegeben den Entwicklern sinnvolle Werkzeuge in die Hände zu geben: Die Apps soll man in den gängigen Programmiersprachen programmieren können, aber auch mit HTML5 kann man wirklich beeindruckende Apps entwickeln. Microsoft hat in seiner Präsentation beispielsweise die Mail-App und die Foto-App gezeigt, die beide mittels der Sprache des Webs entwickelt wurden. Auch kann man durch minimale Änderungen am Quellcode die Anwendung auf das Windows Phone portieren.

Während neue Apps einfach in der Metro-Oberfläche laufen sollen, verspricht Microsoft wie bisher volle Abwärtskompatibilität (dank welcher auch Anwendungen für Dos auch über 20 Jahre nach Erscheinen immer noch laufen!). Hierfür muss man in die Desktop-App wechseln, die der Oberfläche aus Windows 7 weitestgehend entspricht, und dann wie gewohnt die Anwendung installieren. Diese werden wie alle Apps dann auch als Kachel angezeigt, jedoch wird beim Starten in den klassischen Desktopmodus gewechselt. Auch fehlen dann natürlich die neuen APIs für Touch, NFC oder Bewegungssensoren.

Mit Windows 8 macht Microsoft ernst und bindet eine volle Synchronisation aller Inhalte mittels Windows Live fest ein. So kann man Apps, Einstellungen und persönliche Daten einfach überall mitnehmen und mittels Skydrive auch bequem teilen. Das ganze funktioniert über den normalen Desktop-PC über Netbook und Tablet bis hin zum Windows Phone und zwar komplett im Hintergrund. Man kann dabei detailliert auswählen welche Inhalte man so in der Cloud synchronisieren will.

Neben dem schnellen Boot innerhalb von 8 Sekunden sind weitere Highlights die native Unterstützung von USB 3.0, der überarbeitete Kopierassistenten und der mit ribbon ausgestatte Dateimanager. Microsoft hat Windows 8 des weiteren einen neuen Recover-Modus spendiert, mit dem man den Computer innerhalb von nur 10 Minuten komplett wieder auf einen beliebigen Zustand zurücksetzen kann. Für Tablets und Notebooks dürfte außerdem es interessant sein, dass man die Ausnutzung des Hauptspeichers inklusive eingebauter Antiviren-Software und Festplattenverschlüsselung auf lediglich 210 MB gedrückt hatte (Windows Vista und Windows 7 veranschlagten jeweils 500-1000MB) und Energiesparmaßnahmen für die Apps eingebaut hat, sodass Anwendungen im Hintergrund quasi keinerlei Prozessorleistung benötigen. In der Präsentation hatte man so allerlei verschiedene Geräte präsentiert, darunter auch mehrere Ultra-Books, die mit ihrer Power Apples MacBook Air alt aussehen lassen.

Pascal Heidmann
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

Ein Kommentar zu “Microsoft enthüllt Windows 8”

  1. [...] finanziell abhängig ist), nun mit einem komplett überarbeiteten Windows 8 Konkurrenz: 8 Sekunden Startzeit, geringer Speicher- und Stromverbrauch, integrierte Cloud-Lösungen und nach wi…. Apple mag zwar irgendwann gleich ziehen und iOS und Mac OS X auch verschmelzen – erste [...]

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