CES 2012: Ubuntu TV – Konkurrenz für iTV und Google TV?
Apple TV gibt es schon länger – ein Flop selbst in der Neuauflage

Ubuntu TV
Google TV auf Android-Basis – letztes Jahr auch erst mal deutlich geflopt, sodass sich Vorreiter Logitech mit gigantischen Verlusten wieder aus dem Geschäft verabschiedete.
Sowohl Google als auch Apple wollen es in der Zukunft besser machen, doch jetzt betritt Canonical, Entwickler hinter der erfolgreichsten Desktop-Linux-Distribution (Android basiert schließlich auch auf Linux), ebenfalls die viel versprechende und aber bislang wenig besiedelte TV-Domäne mit Ubuntu TV. Während man bereits seit einiger Zeit recht offen den Wunsch äußerte, Ubuntu nicht nur erfolgreich auf Desktop-Rechnern, Servern und Laptops zu vermarkten und damit bereits große Erfolge feiern konnte, ist Hauptentwickler Canonical nun mit dem Ubuntu TV das erste mal als Aussteller auf der CES in Las Vegas.
Mit der Version 11.04 von Ubuntu hatte man mit Unity eine neue Oberfläche als Ersatz für GNOME eingeführt, die nur ein Teil der Kampagne zur weiteren Verbreitung von Ubuntu ist, jedoch die Nutzbarkeit mittels Toucheingabe beispielsweise in Tablets oder Handys gut möglich macht. Daneben hat Canonical die Vereinfachung für den Nutzer ganz dem eigenen Motto “Linux for human beings” – “Linux für Menschen” mit einem integrierten Software Center oder dem gratis Cloudspeicher Ubuntu One voran getrieben. Auf der Hardware-Seite sorgen Verträge mit OEMs und besseren Support für ARM-Prozessoren, wie sie in Tablets und Smartphones wegen der geringen Kosten und niedrigem Energiebedarf eingesetzt werden, für eine gute Grundlage für die Bemühungen Ubuntu als allgemeine Plattform für alle Arten von Medien zu positionieren.
Bei Apple TV wird gerne jeglicher Inhalt nur über iTunes konsumiert, bei Google TV ist man mit Android Market Anbindung zwar schon offener, jedoch scheitert die alternative Anbindung via Browser bislang meist an Sperren der Medienanbieter wie Filmstudios oder Fernsehsender. Mit Ubuntu TV will man laut Canonical-Cheffin Jane Silber viel mehr ein System schaffen, was einfach funktioniert, aber dennoch ein einziges und elegantes Interface bietet und daneben für die Anbieter eine herstellerneutrale Lösung bietet. Für diese hat man auch entsprechende DRM-Funktionen namens UltraViolet eingebaut, sodass Videos unkompliziert und sicher nur an legitime Kunden gerät.
Optisch baut Ubuntu TV in der auf der CES gezeigten (noch nicht finalen) Version stark auf die Unity-Oberfläche auf und hat so an der linken Bildseite den Schnellstarter. Eine Suchefunktion, eingebaute Youtube-App und die Möglichkeit Filme zu mieten, zusammen mit gekauften Filme in einer Datenbank zu verwalten und aufgenommene Videos abzuspielen werden noch von einem TV Programm ergänzt, vermutlich dürften aber noch weitere folgen.
Silber gibt zu, dass man im Vergleich zu den beiden großen Apple und Google spät dran wäre, jedoch würden sich viele Hersteller in Angesicht von Apples nächster TV Generation und Google TVs Ungewissheit eine dritte Lösung wünschen. Auch würde man durch den Zeitabstand aus den Fehlern der anderen lernen und beispielsweise attraktive Angebote auch noch nach dem eigentlichen Verkauf des Gerätes bieten, die Apple und Google so nicht bedienen könnten.






Dass Apple TV ein Flop ist, ist totaler Quatsch. Die Set-Top-Box (nur Apples Hobby) hat sich bis heute ungefähr zwei Mio. Mal verkauft. Das nenne ich keinen Flop. Zum Google TV muss man gar nichts sagen.
Es ist sicherlich nicht so ein großer Flop wie beispielsweise Apples Digitalkamera oder Spielekonsole, doch einen realen Grund das Teil zu kaufen gibt es nach wie vor nicht.
Ich verweise mal jetzt einfach auf den Artikel vom Appleblog.ch, die sich mit dem Thema Ist Apple TV ein Flop? beschäftigt haben. Für Apple mag es zwar finanziell gesehen kein negativ-Geschäft sein, aber einen großen Erfolg kann man wohl kaum dem Nichtskönner zuschreiben.
Mit Google TV ist es so eine Sache… Logitech als einer der ersten Partner hat immerhin 100 Millionen Verlust eingefahren und das ganze als einen gigantischen Fehler benannt. Mag gut sein, dass die Kosten für eine extra Set-Top-Box einfach nicht lohnen, doch in SmartTVs wie von Samsung dürfte Google TV deutlich mehr Verbreitung finden – und genau die gleiche Gruppe an Herstellern will Ubuntu TV ansprechen und dürfte dank freier Software eine Alternative zu Googles Angebot bieten.
Unter Linux besteht der Vorteil, auf eine jahrelange Praxis (von Klaus Schmidinger) auf dem Gebiet der Sat-Receiver zurückgreifen zu können she. Renommierte Produkte laufen auf diesem Betriebssystem. Ich freue mich schon auf die damit entstehenden neuen Anwendungen unter Ubuntu!