Sind Touch-Screens out?

Microsoft ist nicht nur bekannt für seine Monopolstellung im Office-Bereich, sondern auch für seine Research-Abteilung. Nicht zuletzt ist diese Abteilung dadurch aufgefallen, dass sie einen Touch-Screen entworfen haben, der eine kaum wahrnehmbare Latenz aufwies und somit das Gefühl vermittelte, dass der User den Bildschirm direkt steuern kann. Jetzt hat sich die Research-Abteilung was neues einfallen lassen. Dabei nutzen sie den Doppler-Effekt zur Gestensteuerung. Mit einem Video präsentiert Microsoft, wie gut das neue Feature auch in lauten und vollen Umgebungen funktioniert.

Die Technologie von Microsoft kann in Kombination mit der Steuertechnik sogar erkennen, ob ein User vor dem PC sitzt oder nicht und entsprechend diesen Rechner sperren oder entsperren. Kombiniert mit einer Spracherkennung wäre dieses Fetaure sehr nett, um gerade am Arbeitsplatz den unerlaubten Zugriff auf den Rechner zu unterbinden. Neben der Erkennung eines Users kann die neue Steuerung auch Gesten erkennen, sodass man einen normalen Rechner wie ein Tablet steuern kann, obwohl man den Bildschirm nicht berührt.

Doch was ist dieser Doppler-Effekt? Es ist ein physikalisches Phänomen, welches sich die Eigenschaften des Schalles zu nutzen macht. Wenn ein Objekt ein Schall aussendet, dann wird dieser mit einer bestimmten Frequenz ausgesendet. Somit sind die Wellenlängen sehr genau definiert. Sobald sich der Sender jedoch bewegt, wird die Wellenlänge sich entsprechend der Bewegungsrichtung ändern. Bewegt sich der Sender auf den Empfänger zu, dann wird die Wellenlänge kürzer, sollte er sich entfernen, wird die Wellenlänge größer. Das gleiche gilt für den Empfänger.

Microsoft nutzt die Eigenschaft des Schalls, dass dieser an jedem Objekt, auf das er trifft, reflektiert. Das sogenannte Huygen´sche Prinzip beschreibt, dass jedes Objekt das getroffen wird zu einem Sender von radialen Schallwellen wird. Somit kann man einen Sender bauen, der Schallwellen aussendet und daneben einen Empfänger, der eingehende Schallwellen misst. Wenn der Sender die Umgebung “beschallt” kann der Empfänger Nebengeräusche herausfiltern und somit sich auf die bewegenden Objekte konzentrieren. Somit ist es dem Empfänger egal, was sich bewegt. Microsoft kann in diesem Falle die Bewegung der Hand anhand von Schallwellen messen.

Hauke
Schreibt seit 2008 über News der mobilen Welt und ist Mitbegründer von Appexam. Auch zu finden auf Google+

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