Nichts beschäftigt die Börsenwelt aktuell mehr als der Börsengang des sozialen Netzwerkes Facebook. Die Aktien, die dem sozialen Netzwerk mehrere Millionen Dollar einspülen sollen, werden jedoch nicht von allen als Segen gehandelt. Die Börsenwelt zeigt sich zu dem IPO jedoch gespalten: Soll man kaufen oder lieber den ersten Hype abwarten und dann auf sichere Aktien setzen?
Die Bewertung des Netzwerkes und inwiefern das Potential der Nutzung durch Werbung ausgenutzt wird ist in Teilen spekulativ und insofern können Anleger den ROI auch noch nicht allzu gut abschätzen.
Als am vergangenen Freitag bei der NASDAQ die Morgenglocke läutete, hatte Mark Zuckerberg mit seinen Mitarbeitern den Börsengang von Facebook gefeiert. Doch anstatt mit den Aktien zu handeln, sahen die Händler nur den blauen Bildschirm und den Hinweis “unchanged”, somit konnte mit der Aktie noch nicht gehandelt werden. Als nach 2 Stunden dann der Handel startete wechselten in 30 Sekunden rund 82 Millionen Aktien den Holder. Am meisten profitierten Händler mit dem schnellen Verkauf der Aktien, da viele Privatpersonen ihren Bank den Auftrag des Aktienlaufes erteilt hatten und somit nicht für 39 Dollar, sondern für 42Dollar pro Aktie diese erworben haben. Die Differenz ging an die Zwischenhändler.
Nun hat sich jedoch die Börsenaufsichtsbehörde eingeschaltet. Es wird Insiderhandel vermutet, denn als die Aktie ein ums andere mal auf einen Kurs stürzte, der sich dicht an der Ausgabemarke orientierte, haben die Konsortien, die den Börsengang unterstützen, zu Käufen entschlossen, um die Aktie nach oben zu treiben. Waren diese Käufe legitim oder handelt es sich hier um unlauteten Wettbewerb?
Sicher ist auf jeden Fall, dass im Falle eines Aktienkurses unter Ausgabewert, die meisten Menschen bestätigt gefühlt hätten, dass Facebook maßlos überbewertet worden ist. Viele sahen den Ausgabewert von 38 Dollar als künstlichen Anreiz zum Kaufen. Auch wenn es nicht zum Zusammenbruch der Aktien kam, wurde vielen ein anderes Ereignis wieder bewusst. Die sogenannte “.com-Blase” aus dem März 2000, als viele Anleger dachten, dass man mit den neuen Internetfirmen Geld machen könnte. Dabei kam es zu einem regelrechten Hype auf die Aktien, was den Kurs ins unermessliche schießen ließ. Als danach viele ihre Aktien verkauften kam es zum gleichen Effekt nur in die andere Richtung. Diesal schossen die Aktien ins bodenlose und somit verloren die Anleger ihr Geld. Sollte Facebook in naher Zukunft ein ähnliches Ereignis ereilen? Oder schafft es das Unternehmen sich dagegen zu wehren?

