Während Playstation 3 und XBox 360 einfache Nachfolger der bisherigen Konsolengenerationen waren, in denen man ganz traditionell eine Konsole und daran angebunden einen oder mehrere Controller hat, konnte die Wii mit einem zwar weiterhin mit Controllern ausgestatteten Konzept aufwarten, doch durch die Bewegungssteuerung sich weit vor beiden anderen Konsolen platzieren. Auf einmal waren bessere Grafik und aufwendige Physik nicht mehr so wichtig, denn der Casual Gamer hat nun mal nicht so hohe Ansprüche an Realismus, sondern möchte lieber günstige und vor allem kurzweilige Spiele haben, die man zwischendurch oder mit Freunden spielt.
Das Konzept ging so gut auf, dass Microsoft mit Kinect und Sony mit Playstation Move nachziehen mussten, auch wenn der gewöhnliche Casual Gamer mittlerweile anspruchsvoller in Richtung Grafik und Umfang äugelt und somit die Verkaufszahlen der mittlerweile günstigeren “Hardcore”-Konsolen wieder anhob und immerhin mit jeweils rund 60 mio verkauften Exemplaren “nur noch” 30 mio hinter der Wii her hängen.
Mehr Steuerungsmöglichkeiten
Doch Herumgehüpfe vor dem Fernseher reicht heutzutage nicht mehr: Die Wii U, der Nachfolger der Wii, macht es mit der Wiimote vor – der Controller ist ein zusätzliches Tablet mit Hardware-Knöpfen, welches asynchrone Abenteuer zum auf dem Bildschirm gezeigten ermöglichen soll. Beim Sony-Lager hat man schon lange das Ökosystem aus PlayStation und PlaysStation Portable bzw. PlayStation Vita begriffen, doch so richtig verbunden haben die wenigsten Spiele die Möglichkeiten zwischen den beiden Bildschirmen. Microsoft hat mit dem XBox SmartGlass eine sehr kostengünstige und doch reichweitenstarke Möglichkeit ausgemacht: mittels App für Windows Phone, iOS und Android kann man einfach mit dem eigenen (schon vorhandenen) Smartphone die XBox wie mit einem normalen Controller bedienen und zusätzliche Inhalte dort anzeigen – quasi nichts anderes als was Nintendo mit der Wii U vorhat.
Warten auf die nächste Generation
Demnächst ist wieder die gamescom, die größte Spielemesse der Welt und somit quasi der Gamerhimmel. Vom Nintendo-Lager kann man nicht so viel neues erwarten, hat man doch die Wii U der Presse vorgestellt. Bei Sony und Microsoft hält man sich (abgesehen von einem geleakten Dokument über die möglichen Spezifikationen der nächsten XBox) bedeckt, sollen die beiden Konsolen frühstens nächstes Jahr erscheinen. Als wäre das alles nicht genug, haben heutige Smartphones und Tablets bald die traditionellen Konsolen von der Leistung eingeholt. Und sie haben einen weiteren Vorteil: da man hier sehr günstig Spiele entwickeln kann, die unkompliziert unter das Volk gebracht werden und meist zu niedrigen Preisen oder dem sogenannten Freemium-Model eine große Spielerschaft ansammeln, graben sie effektiv den Konsolen die zur Verfügung stehende Zeit ab.
Immer günstiger
Diesen Trend haben schon längst die traditionellen Spieleentwickler wie EA oder Ubisoft bemerkt und erweitern ihre Angebotspalette mittels Zukäufe auch auf den mobilen Sektor. Genügend Raum zum Wachsen besteht ohne Zweifel. Spannend dürfte auf jeden Fall auch in diesem Zusammenhang die Android-Konsole Ouya, die für gerade mal 99$ verkauft werden soll und aktuell über Kickstarter mehr als erfolgreich finanziert wird. Sie setzt auf traditionelle Kontroller und wie die Konkurrenz jedoch auch auf Touchscreen. Da man auf Android aufsetzt, sind Spiele wie Angry Birds & co einfach verfügbar – doch bislang sieht es primär wie schon auf den mobilen Endgeräten nach Casualspielen aus.
Und wo bleiben die Hardcore-Spieler?
Am Ende bleibt die Frage, wo der Platz für die Hardcorespieler bleibt. Ein Spiel wie Battlefield 3 wird auch wohl in den nächsten 2 Jahren flüssig auf einem Tablet laufen können und von der Steuerung her nicht mit dem PC oder Konsolenpendant mithalten können. Allein deswegen bleibt den bisherigen Konsolen nach wie vor ihre Nische. Doch auch den mobilen Bereich sollte man gut im Auge behalten – vielleicht wird ja schon in der gamescom dieses Jahr der nächste Blockbuster vorgestellt, der die Steuerungsmöglichkeiten der Tablets in einer sinnvollen Weise aufgreift. Wir jedenfalls sind gespannt und freuen uns schon auf die gamescom und all die Neuigkeiten, die sie mitbringt. Ob es schon ähnlich große Stände für Handyspiele wie für teure Volltitel geben wird?

