Mit Windows 8 RT hat Microsoft erstmals sein Hauptprodukt mit einer Großzahl an Einschränkungen gegenüber der bislang immer offenen Plattform versehen: Anwendungen können nur aus dem Windows Marketplace heruntergeladen werden.
Während viele bereits kritisierten, dass Microsoft das Fundament für Windows mit seinem geschlossenen System aus Windows Marketplace als einzige Software-Quelle für die günstigere ARM-kompatible Windows 8 RT Variante vorsieht, scheint man nun auch keine Lust mehr auf die Gamingindustrie zu haben. Denn für den Marketplace gelten gewisse Regeln, unter anderem werden keine App mit Inhalten für Erwachsene erlaubt. Dies betrifft nicht nur irgendwelche Pornoapps sondern auch viele Spieleentwickler, da die meisten Spiele mit großem Umsatz die mit einer Freigabe nur für Volljährige sind und somit nicht auf der Windows-Plattform verfügbar sind. Das bedeutet, dass Blockbuster wie Call of Duty, Assassins Creed oder dem Steampunk Shooter Dishonored nicht im Windows Marketplace erscheinen und somit Besitzern von eine, ARM basierenden Gerät – fürs erste vermutlich nur Tablet – nicht einmal in den Genuss einer dafür angepassten Version kommen werden, da die Altersempfehlung auch hier wohl kaum auf unter 18 kommen wird – ohne, dass teilweise drastisch Abstriche in Kauf genommen werden müssten.
Bereits der Gründer von Valve und der dazuehörigen Verkaufsplattform und Social Network für Spieler rund um den Globus Steam hatte Microsoft vor den Folgen der Restriktion gewarnt. Dieser Schritt der Bevormundung, den man sonst meist nur von der Zensurbehörde aus Cupertino kennt, ist hinsichtlich der selbst gesteckten Ziele, den Windows PC wieder als das Hauptmedium für anspruchsvolle Spiele zu etablieren ziemlich widersprüchlich. Aber vielleicht will man ja auch einfach den geneigten Gamer dazu bringen neben dem PC weiterhin die hauseigene Xbox zu kaufen, denn der Entertainmentsektor macht im Hause Microsoft mittlerweile einen beachtlichen Anteil aus und kann die Verluste aus Bing und Co ausgleichen. Sicherlich ist der familienfreundliche Casualmarkt viel größer, dennoch sind laut diverser Studien gerade die richtigen Gamer diejenigen, die einen beachtlichen Anteil des Umsatzes ausmachen.
Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen in Redmond rechtzeitig aufwachen und Abstand von diesen altertümlichen Richtlinien nehmen.


