Watchever: legale Alternative zu Kinox.to? Eine Kritik.

Vivendi, Frankreichs größter Medienkonzern, hat seinen Streaming-Dienst Watchever gestartet, der auf auf quasi jeder gängigen Plattform lauffähig ist. So läuft das Streaming-Angebot nicht nur im Browser am Computer, sondern natürlich auch unter iOS und Android und sogar verschiedenen SmartTVs von Samsung & Co und dem Apple TV. PS3 und Xbox 360 sollen zudem auch folgen.

watcheverNeben der breiten Hardwareunterstützung ist sicherlich das Angebot in niedriger Qualität (SD) und auch in hoher Qualität (HD) sowie bei vielen Filmen und Serien in der englischen Originalfassung interessant. Der Video-On-Demand Dienst konkurriert mit seinem Angebot gegen Amazons Lovefilm und Maxdome von Pro7Sat1 und United Internet, denn wie bei den beiden anderen Mitbewerbern im Deutschen Markt zahlt ihr nur einmal eine monatliche Gebühr und könnt so viele Serien und Filme ansehen wie ihr wollt. Das ganze kostet nach einem Testzeitraum von 30 Tagen dann 8,99€ mit einer monatlichen Kündigungsfrist.

Sprachtalent

Der Wechsel zwischen den Sprachen nehmt ihr bequem und jederzeit per Menü auch während der Vorstellung vor. Wer also wie ich auch gerne in der englischen Originalfassung Serien oder Filme sieht, aber mal eine Szene nicht so recht versteht, kann sie sich mit 3 Klicks einfach auf Deutsch noch mal ansehen. Allerdings ist gerade bei Serien nicht immer die englische Audiospur verfügbar, hierbei hat Vivendi jedoch gegenüber Golem.de Bugs verantwortlich gemacht und ein schnelles Nachreichen versprochen. Sehr cool: ganz unkompliziert können die Filme schon im Voraus heruntergeladen und offline verfügbar gemacht werden.

Soziales Vergnügen mit Empfehlungen

Watchever: mit Tipp des Tages

Watchever: mit Tipp des Tages

Zu den Vorzügen des Services gehören redaktionelle Tipps, Nutzerbewertungen und für euch personalisierte Empfehlungen, wobei der dahinter stehende Algorithmus lernfähig sein soll. Hierfür gebt ihr einfach eure Vorlieben an und entsprechend werden euch Filme vorgeschlagen. Für Serien müsst ihr erst einige extra bewerten. Darüber hinaus könnt ihr wie auch bei Spotify den Dienst mit eurem Facebook-Account verknüpfen und dann gesehene Filme und Serien schnell mit euren Freunden teilen. Falls ihr schon Kinder haben solltet, sind die eingebauten Sicherheitsfunktionen wie eine PIN-Abfrage und Altersverifikation sicherlich interessant, denn so sehen die Kleinen nicht einfach Inhalte, für die sie noch nicht alt genug sind.

Wenn ihr den Service im Browser nutzen wollt, müsst ihr leider das Microsoft Silverlight Plugin installiert haben (bzw. unter Linux das eingestellte Moonlight, wenn es überhaupt funktionert). Unter Android und iOS gibt es wie üblich entsprechende Apps (siehe unten), allerdings ist die App aktuell weder mit Android 4.2 noch mit gerooteten Geräten kompatibel. Ihr könnt mit bis zu 3 Geräten gleichzeitig angemeldet sein und Inhalte euch ansehen.

Fazit

Das Angebot klingt erst einmal nicht schlecht – 8,99€ mit einem Monat Testzeit für unbegrenzt Filme und Serien mit Originalton hat was. Im Spielebereich hatte Valve-Gründer Gabe Newell die Software-Piraterie ein Problem des Service genannt. Mit iTunes und spätestens seit Spotify ist das Herunterladen von Musik nicht mehr lohnenswert. Wie sieht es also mit einem anscheinend doch mal kundenorientierten Streamingdienst aus, sich als eine Alternative zu Kinox.to und Co zu platzieren? Aus meiner Sicht ist das Angebot nicht schlecht, doch wirklich bei den meisten Serien hängt man genauso wie beim Fernsehen hinter den englischen Originalen hinterher – oder noch schlimmer. Wenn man beispielsweise bei Kinox.to sich die beliebtesten Serien ansieht, so findet man bereits auf Platz 4 How I Met Your Mother auf Englisch (auf Deutsch übrigens auf Platz 1).

Das Hauptproblem, was ich mit dem Dienst jedoch habe, ist die Art, wie das Streaming funktioniert – nämlich am Rechner mit einer veralteten Technik und zumindest unter Android mit vielen Einschränkungen und einer Optik von iOS und nicht Android. Die Bewertungen im Play Store unterstreichen diese Einschätzung. Wer sich trotz meiner Kritik Watchever mal genauer ansehen will – unter iOS scheint das ja zumindest gut zu gehen – kann ja mal 30 Tage zu Probe sehen: in Deutschland ist der Axel Springer Verlag mit von der Partie und unter dem Titel Bildmovies bekommt ihr die ersten 30 Tage umsonst, danach weitere 2 Monate zum Preis von einem – also insgesamt 3 Monate für 8,99€. Wir beobachten mal weiter (auch auf Grund von fehlenden Alternativen), der Services ist schließlich erst seit wenigen Tagen am Start.

WATCHEVER
Download @
Google Play
Entwickler: WATCHEVER GmbH
Preis: Kostenlos
Watchever
Download @
App Store
Entwickler: WATCHEVER GROUP
Preis: Kostenlos

 

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

Ein Kommentar zu “Watchever: legale Alternative zu Kinox.to? Eine Kritik.”

  1. fly sagt:

    Linux funktioniert definitiv nicht, mangels DRM-Krams im Moonlight,

    Android in einer vbox zu installieren hat bei mir zwar geklappt, aber auch da wollte watchever nicht so richtig. Ein xbmc-Plugin gibt es ebenfalls noch nicht.

    Der Pinguin schaut also noch in die Röhre :(

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