HTC One im Test – Durchdachtes Design trifft auf ungeschlagene Leistung und sinnvolle Features

Am Freitag hatte HTC uns in Hamburg zum Presse Event eingeladen um  – wie zu erwarten – uns von der Presse und Geschäftspartnern das neue Flaggschiff HTC ONE näher zu bringen. Das ganze fand im alten Zollamt in der HafenCity statt – wer sich in Hamburg bei Nacht etwas auskennt, wird sicherlich das zweistöckige Gebäude mit seiner Galerie mit der komplett über die gesamte Breite gehenden Glasfassade zumindest von Außen kennen.

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Präsentation des HTC One

Wie bei solchen Events üblich gab es im Eingangsbereich mehrere Stehtische und einen Barbetrieb, doch bereits zu diesem Zeitpunkt zeigten einige höhere Mitarbeiter von HTC Deutschland kleineren Gruppen stolz das neue HTC One. Gegen 19:10 war es dann so weit: den Anwesenden wurde ganz offiziell das neue Flaggschiff gezeigt, wobei die Präsentation teils auf Grund von einigen technischen Problemen etwas holprig und improvisiert wirkte. Zu den vorgestellten Funktionen gehörten natürlich die in ausliegenden Flyern ebenfalls beworbenen Features wie die verbesserte Kamera mit HTC Zoe als neue Kamera-Anwendung, BlinkFeed als alternativer Contentkonsum, die Verbesserung des Sounds mit Stereo BoomSound sowie die Infrarotfunktion zum Steuern von Fernsehern und Anlagen als neue Universalfernbedienung.

Die Improvisation des Vortrags passte insofern aber auch, als dass die Promoter von HTC ein erst auf der Anfahrt und beim Aufbau entstandenes Minivideo von 30 Sekunden Länge mit Musikuntermalung mittels der Zoe-Kamera-App zum Vortrag beisteuerten. Etwas unpassend hingegen war die Vermischung von scheinbar offiziellen Promotionmaterial, welches auf Englisch war, und dann wieder deutschen Powerpoint-Folien. Auch die Designer, die die Ideen hinter dem Design des HTC One mit dem Unibody-Gehäuse aus leichtem Aluminium in einem Video beschrieben, waren weder synchronisiert (danke, das wäre ein Unding) noch mit Untertiteln versehen (kein Problem, aber wirkt trotzdem etwas komisch).

Im Rahmen von der Überarbeitung von Sense 5 zu einem sehr minimalistischen Design gänzlich ohne viele 3D-Effekte wie noch bei früheren Versionen ist natürlich auch das neue Feature BlinkFeed als neuer Startpunkt angesprochen worden. Der Launcher zeigt nun standardmäßig auf der ersten Seite immer die Übersicht von Wetter & Uhr (das Wetter-Widget ist wohl eins der bekanntesten und meist kopiertesten Funktionen von HTCs Oberfläche und darf deswegen auch in der neusten Inkarnation von Sense 5 nicht fehlen) und eine Anzahl von Bildern, die aus Einträgen von Freunden auf Facebook, Twitter und verschiedenen Nachrichten- und Unterhaltungswebsiten entstammen und natürlich nach den eigenen Bedürfnissen angepasst werden können. In diesem Rahmen hat man bei HTC zum Start insgesamt 1400 Inhaltspartner weltweit gefunden. Stellvertretend für die Hamburger Medienlandschaft waren dafür mehrere Mitarbeiter von Gruner & Jahr als großer Startpartner eingeladen, die sich erfreut über die Kooperation auf der Bühne zeigten.

Endlich mal selber ausprobieren

htc-one-ambient-shot

Nach knapp einer halben Stunde war es dann so weit: die Präsentation war vorüber und man lud nach oben in die vorbereitete Galerie ein. Dabei hatte ich das seltene Glück, scheinbar etwas orientierungslos auf die Promoter gewirkt zu haben, denn ich war durch das Zusammenpacken erst kurz nach der Menge nach oben gekommen, sodass mich Julian und Olli vom HTC Team ansprachen und mir eine mehr oder weniger Privatvorführung ermöglichten, denn bis auf einige andere HTC Mitarbeiter und dem Fotografen kamen keine Gäste mehr in den kleineren Raum direkt am Treppenabsatz und neben dem Hauptvorstellungsraum – es hat also durchaus seine Vorteile mal etwas später zu kommen ;)

Wie bereits im Präsentationsteil angedeutet, haben die ganzen anwesenden HTC-Mitarbeiter ein HTC One in die Hand gedrückt bekommen, doch der wirklich gute Schachzug war wohl, das Smartphone den Mitarbeitern bereits vor 3 Wochen so zur Verfügung zu stellen als wenn es ihr eigenes Gerät war. Dadurch konnten die beiden mir zu meinen vielen Fragen abseits der üblichen Strichliste (Kamera, Bildschirm und mögliche andere eh schon groß beworbene Neuerungen) fachkompetent Rede und Antwort stellen, und auch ihre Geräte hatten keine gekünstelten Einstellungen wie falsche Facebook-Accounts, die gerade im neuen BlinkFeed-Feature unangenehm aufgefallen wären.

BlinkFeed & Lockscreen

BlinkFeed ist eins der neuen Features unter Sense 5 und füllt eine komplette Seite des Launchers aus (Dock und Statusleiste werden natürlich weiter angezeigt). Mit einem Wisch nach rechts kommen weiterhin die klassischen Android-Seiten zum Vorschein. BlinkFeed ist in gewisser Weise eine deutliche Erweiterung vom FriendFeed von Sense 2.0, in dem man lediglich Statusupdates von Facebook und Twitter in einem Widget angezeigt bekam, denn jetzt kommen verschiedene Content-Partner wie beispielsweise 11 Freunde, Stern und andere Publikationen in Deutschland dazu. Außerdem werden die eigenen Fernsehshows ebenfalls im Stream eingebunden (dazu später mehr). Drückt man auf eins der Bilder inklusive der Quelle und des Titels, so öffnet sich beispielsweise die Sense-Facebookapp oder bei Nachrichten eine entsprechende Ansicht mit dem Artikel, der dann erst vollständig geladen wird. Innerhalb dieser Ansicht kann man per Wischgeste nach links und rechts zwischen den einzelnen Einträgen des BlinkFeeds navigieren. In der Hauptübersicht geht dies per Wischen nach oben und unten für die nächste oder vorherige Seite, bei der dann die einzelnen Kacheln mit den Einträgen in einer dezenten Animation eingeblendet werden. Die Entscheidung für das Feature fiel laut Präsentation, da Nutzerforschungen ergeben haben, dass die HTC-Nutzer rund 160 mal pro Tag ihr Handy aktivieren um dann zwischen den einzelnen Neuigkeitsstream verschiedener Apps zu wechseln.

Per seitlicher Wischbewegung blättert man durch die einzelnen Einträge im BlinkFeed

Per seitlicher Wischbewegung blättert man durch die einzelnen Einträge im BlinkFeed

Neben dem einfachen Konsum kann man sich per Wisch nach unten ein Extramenü anzeigen lassen, in dem man sowohl die Einstellungsmöglichkeiten des BlinkFeeds wie Sortierung findet als auch die Möglichkeit direkt von der Startseite ein Facebookupdate oder Tweet abzusetzen. Dabei besteht leider nach wie vor ein Limit von mickrigen 420 Zeichen bei Facebook – absolut nicht zeitgemäß, da Facebook das Limit auf über 63.000 Zeichen auch für Drittanbieter angehoben hat.

Standardmäßig ist auf der Startseite des Launchers der BlinkFeed, die Startseite kann aber auch ganz einfach auf jede beliebige andere Launcher-Seite verlegt werden. Mittels Pinch-To-Zoom-Geste oder langem Druck auf die klassische Homescreen-Seite kommt ihr in ein Menü, in dem man schnell zwischen den einzelnen Seiten wechseln kann, neue hinzufügen und anordnen oder bestehende Seiten mit Widgets, Apps und Verknüpfungen versehen kann. Dabei kann man bequem auch mehrere Apps auf einmal hinzufügen, die dann auf der ausgewählten Seite ohne extra Ordnung hintereinander positioniert werden.

Wie üblich kann man auch wieder Ordner anlegen, indem man die einzelnen App-Icons übereinander schiebt. Dies geht auch im App Drawer, sofern man nach einer benutzerdefinierten Anordnung sortiert. Per Drop-Down-Menü kann man jedoch aber auch jederzeit die auf dem Gerät installierten Apps nach dem Alphabet oder nach dem Installationsdatum sortiert anzeigen lassen. Das Dock unten kann ebenfalls mit beliebigen Apps sowie Ordnern mit Apps versehen.


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Der Lockscreen zeigt das Wetter-Uhr-Widget vom BlinkFeed an und darunter das Dock, welches so gleichzeitig unkompliziert die einem persönlich wichtigsten Funktionen auch direkt vom Lockscreen aus öffnen lassen. Dafür muss man einfach nur wie auch beim normalen Entsperren das entsprechende App-Icon oder Ordner nach oben schieben. Dies erinnert an dem Mechanismus, den auch Microsoft unter Windows Phone 8 und Windows 8 zum Entsperren benutzt.

HTC BoomSound

Hinter dem Markenname BoomSound versteckt sich eigentlich nur eine aufgebohrtere Variante von der Beats-Technologie, die seit dem HTC Sensation XE in allen HTC Smartphones verbaut wird. Dabei produzieren die beiden Stereo-Lautsprecher ober- und unterhalb des LCD3 Bildschirms eine wirklich gute Klangqualität, die trotz moderater Lautstärke im Raum überzeugen konnte. Dennoch für mich nicht das so große Feature, auch wenn Stereo-Sound mit guten Höhen und leichtem Bass durchaus in einem Smartphone für einige von euch vielleicht eine nicht zu unterschätzende Kaufentscheidung darstellt.

HTC Zoe

Die Zoe-Kamera lädt zum Fotos machen ein, doch mit 32 GB bzw. 64 GB internen Speicher sollte für's erste genug Platz da sein

Die Zoe-Kamera lädt zum Fotos machen ein, doch mit 32 GB bzw. 64 GB internen Speicher sollte für’s erste genug Platz da sein

Bei HTC Zoe kann vom reinen Markennamen her nicht viel erkennen, und auch von der Beschreibung her hatte ich es bei der Keynote als nettes Gimmick abgetan, dennoch ist es interessanterweise wohl mit eins meiner Highlights des Abends gewesen. Denn hinter dem Namen versteckt sich zum einen die Kamera von HTC mit den UltraPixel getauften rund 3 mal so großen und lichtempfindlichen Sensorpunkten und zum anderen die Kamera-App mit verschiedenen wirklich praktischen Funktionen zum Bearbeiten der Bilder. Die primäre Kamera löst auf Grund der größeren Pixelgröße mit gerade einmal 4,1 Megapixel bei einer Blende von f2.0 auf – das kommt von den Werten zwar nicht an die Lumia-Modelle mit PureView von Nokia, produzierte dennoch beeindruckende Bilder. Wie auch bei der Nokia-Technologie hat man eine optische Bildstabilisierung verbaut.


Doch die wahre Goldgrube steckt in der Kamera-App, die wie bei HTC üblich eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten bietet. Filter wie bei Instagram oder ein HDR-Modus sind fast schon Standard, aber dennoch eine nette Ergänzung. Wirklich sinnvoll ist jedoch der normalerweise voreingestellten Kameramodus, der Zoes erstellt. Das heißt: die Kamera speichert konstant alle Bildinformationen in einem Buffer, sodass beim Auslösen sofort Bildmaterial vorliegt. Nach einer Sekunde entsteht das eigentliche Bild, doch bereits seit dem der Auslöser gedrückt wurde und weitere 2 Sekunden nach dem eigentlichen Foto nimmt das HTC One einen kleinen Film auf.

Mit diesen zusätzlichen Daten kann man viel mehr anstellen als mit nur einem einfachen Foto. Zu den wohl gelungensten Möglichkeiten zählt die Objektentfernung wie beispielsweise ein durch das Bild laufender Passant, der sonst das Foto zu Nichte machen würde. Natürlich kann man auch einfachere Dinge retuschieren wie woanders hinschauende und zu unterschiedlichen Momenten lachende Gruppen, sodass alle im besten Moment getroffen werden. Im Test klappte der gesamte Prozess innerhalb weniger Sekunden und produziert ansehnliche Ergebnisse, die auch vom Profi mit Photoshop stammen können. Die Serienaufnahmen-Funktion, bei der ein bewegtes Objekt an den verschiedenen Stellen auf dem Zoe  mehrfach eingefügt wird, mag in manchen Situationen zwar eine ganz Funktion sein, in den meisten Fällen jedoch nicht das gewünschte Ergebnis darstellen. Für Fans von Burst Mode hat HTC von 5 Bildern/Sekunde beim One X auf 8 Bilder/Sekunde erhöht.

In der Galerie wird die Tatsache ausgenutzt, dass ein Zoe eigentlich ein kleiner Film ist, indem die Zoes innerhalb der Alben automatisch als kleines Video abgespielt werden. Wer etwas mehr aus seinen Bildern machen will, kann bis zu 13 Fotos und Zoes in einen Kurzclip von bis zu rund 30 Sekunden verarbeiten lassen, wobei man zwischen 6 Themen für Musikuntermalung und Übergänge wählen kann und bei Bedarf jederzeit diese wieder neu mixen lassen kann. Wie bei den bearbeiteten Zoes wird hier auch nicht das Originalmaterial überschreiben sondern als Kopie gesichert.

Sense TV

Der Infrarot-Sensor ist direkt in den Power-Knopf integriert

Der Infrarot-Sensor ist direkt in den Power-Knopf integriert

Eine weitere Neuerung (und meines Wissens nach bislang einzigartig bei Smartphones) ist die Infrarot-Unterstützung direkt im Power-Button sowie die Fernseh-App mit eingebauten Fernsehprogramm (EPG) und Profilen für so gut wie jeden Fernseher, Set-Top-Box und Home-Theater. Eine entsprechende Unterstützung zur Steuerung des Infrarot-Sensors ist innerhalb des Sense-SDK für externe Entwickler vorgegeben, sodass auch beliebige andere Geräte mit entsprechender Schnittstelle angesteuert werden können. Gerade bei diesem Thema hat sich auch die ausgiebige (private) Nutzung der Geräte durch Olli und Julian gelohnt, denn die beiden konnten mir ihr personalisiertes EPG zeigen. Das listete im Beispiel die aktuell laufende Tagesschau im Ersten und die nächsten Sendetermine von den eingestellten Favoriten The Big Bang Theory und How I Met Your Mother auf – inklusive bei den gerade laufenden Sendungen ihren aktuellen Stand per Linie unterhalb des Vorschaubildes, sodass man direkt abschätzen kann, ob sich das Einschalten noch lohnt. Darüber hinaus landen auch die Empfehlungen im BlinkFeed und starten von dort aus direkt die Fernseh-App.

Eigentlich fast schon noch interessanter für Leute, die viel unterwegs sind, dürfte aber die unkomplizierte Nutzung als Universalfernbedienung sein. Innerhalb der Räumlichkeiten hatten wir zwar keinen Fernseher herumstehen, dennoch berichteten mir die Beiden, dass bei den ganzen Loewe-Fernsehern, die sie auf der Promo-Tour durch Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Hotels zur Verfügung hatten, direkt diesen unkompliziert nutzen konnten ohne sich mit einer üblicherweise schlecht bis gar nicht funktionierenden Fernbedienung herumschlagen zu müssen. Die dafür nötige Prozedur haben sie mir natürlich trotzdem vorgeführt und ist mit 3 Schritten innerhalb von wenigen Sekunden erfolgreich erledigt:

Sofern bekannt, kann man ebenfalls bei Kabelempfang den Anbieter angeben und bekommt damit auch gleich die Senderbelegung vorgelegt.

HTC Sense 5 und weitere Software

Auf den Testexemplaren lief Android 4.1.2 mit Sense 5. Ausgeliefert werden soll das HTC One dann aber gleich mit dem aktuellen Android 4.2.2

Auf den Testexemplaren lief Android 4.1.2 mit Sense 5. Ausgeliefert werden soll das HTC One dann aber gleich mit dem aktuellen Android 4.2.2

Mit dem HTC One hat HTC den Schritt hin zu einem mehr am Vanilla-Android orientierten Design, den man mit Sense 4 bei der ursprünglichen One-Serie angefangen hatte, weiterverfolgt. Wie beim Googles Vorstellung der Benutzeroberfläche von Android sind nun fast gänzlich alle 3D-Effekte und Glossy-Verläufe verschwunden. Auch farblich ist man vom Grün bei vorherigen Inkarnationen von Sense bei fast allen UI-Elementen ziemlich nah an das in Vanilla-Android vorherrschende blau gewandert. Selbst die Checkboxen haben mittlerweile fast identisches Design, lediglich die Schalter zum Wischen (beispielsweise um WiFi an & abzuschalten) sehen schmaler und höher aus.

Die fehlenden 3D-Effekte fallen besonders bei den überarbeiteten Icons wie dem Browser oder der SMS-App auf, die nun völlig platt wirken und damit selbst im Vergleich zu den Stock-Pendants jegliche Schattierungen vermissen lassen. Darüber hinaus ist aber auch der neue Launcher und das Wetter-Widget im BlinkFeed (siehe oben) eine deutliche Abkehr von den bisherigen Design von HTC. Lediglich den elastischen Effekt bei längeren Listen wie den Einstellungen, bei dem die einzelnen Menüpunkte beim schnellen Scrollen und beim “Überscrollen” einen Spalt hinterlassen, erinnert an die bisherige Designsprache.

Wie schon in früheren Versionen von Sense hat man Facebook und Twitter fest in das Betriebssystem integriert (Anmerkung: lange vor Apple…), weswegen man übrigens auch die entsprechenden Apps nicht einfach deinstallieren kann. Auf diese Daten greifen entsprechend viele Anwendungen der Sense-Oberfläche zu, und im zentralen Anlaufpunkt des BlinkFeeds sind die sozialen Kontakte auch ein wichtiger Bestandteil. Darüber hinaus findet man auch beispielsweise in der Fernseh-App Vorschläge für Fernsehsendungen von Freunden und Seiten. Interessanterweise habe ich keinen Ansatzpunkt dafür gesehen, dass der Facebook-Messenger ebenfalls integriert ist. Insgesamt aber ist erfreulich, dass sich im App Drawer nur wenige vorinstallierte Apps finden, und die wenige machen durchaus Sinn wie der Automodus und sind meist auch eh Bestandteil von Vanilla-Android.

Etwas, wo HTC schon immer gut war, war die Unterstützung externer Dienstleister mit Voreinstellungen. Darunter fallen im Einstellungsmenü für Konten beispielsweise direkte Verknüpfungen für die Einbindung eines Emailkontos bei Hotmail, Dropbox, aber natürlich auch Twitter und Facebook als soziale Komponente.

Der Full-HD-Bildschirm ist gestochen scharf und selbst in der Makro-Aufnahme sind einzelne Pixel nur so gerade auszumachen

Der Full-HD-Bildschirm ist gestochen scharf und selbst in der Makro-Aufnahme sind einzelne Pixel nur so gerade auszumachen

Design & Verarbeitung

Sehr großen Wert hat man bei HTC beim Design gelegt und um es kurz zu machen: das Design des HTC One gefällt mir sehr gut und ist eindeutig eben HTC. Ganz im Trend der hochwertigen Smartphones setzt man auf ein Unibody-Gehäuse aus leichtem Aluminium, in dem anders als beim One X noch die Kamera direkt eingelassen ist und so echt gut in der Hand liegt ohne irgendwo Auskerbungen zu haben oder anders als beim iPhones 5 unschöne Ecken und Kanten. Für die Dicke greift HTC gewissermaßen zu einem Trick, indem man an den Außenseiten gerade einmal 4mm Dicke misst, in der Mitte liegt das Smartphone dennoch mit 9,3mm nicht gerade weit vorne – doch gerade durch diese runde Form liegt auch das Gerät sehr gut in der Hand. Ebenfalls sehr wertig wirkt die Einarbeitung der Antenne unter den dünnen Polycarbonatstreifen, die über die Rückseite gehen und einen angenehmen Kontrast darstellen ohne dass man sie in der Hand spüren würde. Der 2300 mAh Akku lässt sich durch das Unibody-Design zwar nicht entfernen, jedoch zeigte der Akkuverbrauch realistische Nutzungszeiten von mindestens einen Tag auch beim Dauerbetrieb des Ausprobierens, was den Hauptgrund für einen Akkuwechsel unnötig macht und daher verschmerzbar ist.

Der Blinkwinkel des LCD3 Panels des HTC One ist schön groß

Der Blinkwinkel des LCD3 Panels des HTC One ist schön groß

Die Vorderseite wird vom 4,7 Zoll LCD3 Bildschirm mit Full-HD-Auflösung und den beiden Lautsprechern dominiert. Dabei ist der Bildschirm auch von der Seite farbecht und löst höher als alle anderen Modelle auf dem Markt mit seiner Pixeldichte von 469 ppi auf, sodass selbst mit der Kamera nur mit großem Heranzoomen Pixel auf dem Foto erkenntlich wurden. Da ich kein aktuelles Full-HD-Smartphone zur Hand hatte, verweise ich hier einfach einmal auf den Kurzvergleich von t3n mit dem einzigen echten Konkurrenten, dem Sony Xperia Z. Da anders als bei den meisten anderen Smartphones die beiden Steoreo-Lautsprecher an der Front positioniert wurden, kann man auch problemlos die Hände um das Gerät halten oder es auf den Tisch legen ohne Einbußen an der Soundqualität zu haben. Die Frontkamera und der Näherungssensor passen sich gut neben dem oberen Lautsprecher an. Sehr schön finde ich auch die Entscheidung nach wie vor eine Benachrichtigungs-LED zu verbauen, die hinter dem oberen Lautsprecher versteckt ist.

Appexam auf dem HTC One und zum Vergleich auf dem deutlich niedriger auflösenden Galaxy S2. Der Display des S2 ist minimal  heller, dafür aber farbunechter

Appexam auf dem HTC One und zum Vergleich auf dem deutlich niedriger auflösenden Galaxy S2. Der Display des S2 ist minimal heller, dafür aber farbunechter

Während mir zwar die Rückseite sehr gefallen hat und auch die Vorderseite durchaus gut gelungen ist, so halte ich die Designentscheidung, nach wie vor Softtouch-Knöpfe zu verwenden für einen großen Fehler. Insgesamt hat für mich die Benutzung von den Softkeys für viele Verwirrung gesorgt, denn anstelle der mittlerweile üblichen Knöpfe für Zurück, Home und dem App Switcher finden sich nur noch Zurück und Home, wobei zweiter ganz nach rechts wandert und anstelle davon einem ein völlig deplatziert wirkendes HTC-Logo in der Mitte ohne jegliche Funktion präsentiert wird.

Da die beiden Knöpfe außerdem nur per Hintergrundbeleuchtung sichtbar sind, wenn der Bildschirm aktiv ist, habe ich mehr als nur viel zu häufig mich ertappt eben genau dorthin zu drücken wenn ich zurück auf den Startbildschirm zum BlinkFeed wollte. Für mich eine katastrophale Design-Entscheidung, denn zum einen ist wie bereits zu Anfang des Abschnittes angemerkt die Designsprache ganz eindeutig und unverkennbar HTC und bedarf deswegen keine extra Deplatzierung eines damit unnötigen Logos, zum anderen hat HTC seinen Fokus auf den High-End und Business-Bereich ausgelegt, wo man sicherlich den Komfort eines App-Switchers gerne hat. Zwar kann man diesen per Doppelklick auf den Home-Button weiterhin aufrufen, dennoch ist das genauso unschön wie beim angebissenen Apfel mit seinem schnell an die Grenzen des guten Geschmack stoßenden Ein-Knopf-Für-Alles-Konzept. In gewisser Weise habe ich eigentlich wohl fast so ein Missgriff erwartet, denn schon bei den ersten HTC One Geräten wie dem One X wird bei älteren Apps ohne im Layout integriertem Menü ein unschöner Balken mit eben genau dem Menüknopf eingeblendet. Wie gesagt: es wäre der ideale Zeitpunkt für HTC gewesen endlich die Altlasten der statischen Knöpfe durch die dynamische Lösung von Android 4 direkt auf dem Bildschirm zu ersetzen.

 

Fazit

Mit weitem Abstand deplatziert das HTC One mit Android 4.1.2 die gesamte Konkurrenz im AnTuTu-Benchmark mit rund 25.000 Punkten

Mit weitem Abstand deplatziert das HTC One mit Android 4.1.2 die gesamte Konkurrenz im AnTuTu-Benchmark mit rund 25.000 Punkten

Das HTC One ist ein sehr hochwertiges Smartphone, welches aktuell von der Performance dank des Snapdragon 600 und der Adreno 320 GPU von keinem anderen Smartphone geschlagen wird. Die Ausstattung ist sinnvoll und die neue Sense-Oberfläche zwar ein radikaler aber sinnvoller Schritt um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Das ist auch nötig, denn wir sind mittlerweile an einem Punkt angekommen, wo jeder Hersteller quasi auf die gleichen extrem leistungsstarke Hardware setzen kann und ein superflüssiges Erlebnis keine Ausnahme sondern ein Muss darstellt. Was bleibt, sind Design und sinnvolle Funktionen, die man vielleicht vorher nicht so gebraucht hat, aber dann nicht mehr missen will. In beiden Punkten ist das HTC One klar ganz weit vorne und hat aus meiner Sicht mit dem ebenfalls designtechnisch sehr starken Xperia Z genau einen einzigen Konkurrenten im High-End-Markt – danach kommt lange nichts, und auch ein Galaxy S4 wird wohl kaum was mit der im Vergleich kindlichen TouchWiz-Oberfläche und zu erwartenden Plastikgehäuse ansatzweise den beiden Modellen in diesem Bereich das Wasser reichen können. Als einziger Kritikpunkt bleibt die angemerkte Fehlplatzierung des Logos im Bereich der Navigationsleiste eines ansonsten überragenden Smartphones.

Das HTC One ist ab März verfügbar

Das HTC One ist ab März verfügbar

Daten des HTC One

  • Maße: 137.4 x 68.2 x 9.3 mm bei 143 g
  • Bildschirm: LCD3 mit 1920 x 1080 Pixeln bei 4,7 Größe (~469 ppi), Gorilla Glass 2
  • Akku: 2300 mAh, nicht austauschbar
  • Konnektivität: 3G, LTE, BlueTooth 4, NFC (jedoch scheinbar kein Android Beam), Wi-Fi 802.11 a/ac/b/g/n, Wi-Fi Direct, DLNA
  • Speicher: 32 & 64 GB Variante, kein SD-Kartenslot, 2 GB RAM
  • Prozessor: Snapdragon 600 Quadcore mit Krait 300 Kernen mit 1,7 Ghz, Adreno 320 GPU
  • Kamera:
    • Hauptkamera (hinten): 4 MP (2688 x 1520 Pixel), LED-Blitz, Videoaufnahme mit 1080p bei 30 fps, HDR, HTC Zoe
    • Sekundäre Kamera (Front): 2,1 MP, HDR, Videoaufnahme 1080p bei 30 fps
  • Betriebssystem: Android 4.1.2, bei Auslieferung 4.2.2, Sense 5
  • Verfügbarkeit: ab März 2013 in den Farben Weiß, Schwarz und Rot
Vielen Dank an Julian (vorne) und Olli (links im Hintergrund) für die ausführliche Tour durch die neuen Funktionen und Apps des HTC Ones

Vielen Dank an Julian (vorne) und Olli (links im Hintergrund) für die ausführliche Tour durch die neuen Funktionen und Apps des HTC Ones

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Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

8 Kommentare zu “HTC One im Test – Durchdachtes Design trifft auf ungeschlagene Leistung und sinnvolle Features”

  1. Michael sagt:

    Da sind ein paar sehr sinvolle Funktionen dabei, interessantes Handy & ein guter, ausführlicher Artikel darüber !

  2. Pascal sagt:

    @Michael
    Danke! Es ist interessant, wie wenig fast alle großen Publikationen auf viele der Funktionen eingegangen sind -> daher etwas länger, weil mir das wichtig war ;)

    Welche der Neuerungen gefällt dir denn am besten?

  3. krucki sagt:

    Sehr schöner Bericht. Allerdings finde ich die Platzierung des HTC Logos sehr interessant. Mich stört immer diese überdeutliche Logo überhalb des Displays, wobei nur Platz verschwendet wurde. Klar wird das wohl erstmal eine Umstellung bezüglich den zwei Tasten, aber ich denke das wird man schon verinnerlichen.

    Statische Knöpfe finde ich serh gut, so geht nichts vom effektive Screen verloren. Der angesprochene Balken der bei älteren Apps mit 3 Punkten eingeblendet wird, lässt sich in den Einstellungen deaktivieren, danach ist das Menü aufrufbar über langes drücken der Rücktaste.

  4. Pascal sagt:

    @Krucki erst einmal vielen Dank für das Lob & wenn ich das richtig sehe, hast du ja auch sogar auf den Artikel auf Pocketpc.ch verwiesen :) (Zu dem Artikel: Leider habe ich kein Foto vom Akku-Verbrauch gemacht, aber das Testexemplar war bei rund 35-40% gegen Beginn des Tests und innerhalb von den ausprobieren innerhalb 1,5 Stunden knapp um 5% abgesunken. Es gibt auch noch eine Akkusparfunktion, die CPU runtertaktet etc., aber auch dann ist das Smartphone noch superflüssig)

    Zum Logo: Das Design ist halt (vor allem die Rückseite mit Logo) unverkennbar HTC, da hätte man sich vorne das Logo komplett sparen können. Eine Möglichkeit zur Designentscheidung könnte durchaus eben auf die Reduzierung auf 2 Knöpfen fallen, da da ja dann entsprechend Platz ist. Andererseits hab ich eher das Gefühl, dass die Reduzierung eher wegen dem Logo zustande kam, denn der App Switcher ist ja mit einem Doppelklick auf den Home-Button da, langes drücken ruft Google Now auf. Das lange Halten der Rücktaste löst standardmäßig die Menütaste aus, da hab ich persönlich aber immer App killen drauf ;)

    Den großen Vorteil an der Navigationsleiste direkt auf dem Bildschirm ist aus meiner Sicht eher der gewonnene Platz für mehr Bildschirm in Anwendungen wie YouTube bzw. man kann das Gerät kompakter machen, da die Knöpfe sich dynamisch anpassen bzw. auch ausgeblendet werden.

  5. Mike sagt:

    Hi, danke mal für deinen super tollen Bericht, du hast mir für meine Kaufentscheidung sehr geholfen. Eines hätte ich gerne noch gewusst. Wie laut sind die klingeltöne, da sie von den Lautsprechern wieder gegeben werden( Hosentasche….) auch das vibrieren sollte im Alu Gehäuse gut durch kommen, oder? L. G. Mike

  6. Pascal sagt:

    @Mike Vielen Dank, du wirst es sicherlich nicht bereuen :)

    Den Vibrationsalarm habe ich leider nicht ausprobiert, aber da die Klingeltöne über die Lautsprecher wiedergegeben werden, würde ich davon ausgehen, dass die sehr laut gehen – siehe das Video vom Musikplayer, welches locker den gesamten Raum laut beschallt hat.

  7. Jorina sagt:

    Hey, mit wie viel Speicher sollte ich mir das HTC One holen? :)

  8. Pascal sagt:

    In Deutschland gibt es das gute Stück leider nur mit 32GB (Importe der 64GB Version kosten hier teilweise unverhältnismäßige ~200€ mehr!), das sollte aber für die meisten Fälle reichen. Solange du nicht viele Filme und deine ganze Musiksammlung offline auf dem HTC One speicherst, solltest du aber damit gut auskommen. Siehe dafür auch das Bild vom verfügbaren Speicher.
    Viel Spaß mit dem Smartphone! :)

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