Review: Plantronics RIG

Zuhause umgibt uns mittlerweile eine Armada „smarter“ Geräte: Smartphone, Tablet, PC, Spielekonsole, TV. Ob Konsolen- oder PC-Gamer, eins haben alle gemeinsam: Headset auf, Musik an, VoiceChat an, Go Go Go! Wir haben für über einen Monat ein Headset getestet, das genau für diesen Typ Gamer gebaut wurde: Das Plantronics RIG. Es verbindet sämtliche Audiogeräte mit einem Headset. Manche werden jetzt an den zweiten AUX-Eingang typischer PC-Boxen denken, aber nein, Plantronics hat hier etwas ganz Neues geschaffen.Das RIG besteht aus zwei Komponenten, einem Headset und einem Mixer. Das Headset wird mittels 4-poligem 3.5mm Klinkenstecker an den Mixer angeschlossen. Der Mixer hat folgende Funktionen:

Lieferumfang

Lieferumfang

  • (1) USB-Audio-Gerät
    • Mikrofon
    • Kopfhörer
  • (2) Audio-Eingang (Klinke)
  • (3) Audio-Eingang (Optisch)
  • (4) Audio-Ein/Ausgang für Anschluss an Smartphone/Tablet
  • (5) Audio-Ein/Ausgang für Anschluss an Xbox-Controller
  • (6) Anschluss für Headset

Für jedes Gerät und jede Konfiguration ist hier das Passende dabei. Wir beschränken uns hier auf den getesteten Anwendungsfall, der wie folgt aussieht: Das USB-Audio (1) ist mit dem PC verbunden und wurde in Skype und Teamspeak eingerichtet. Der normale Kopfhörerausgang des PC’s wurde mit dem Audio-Eingang (Klinke) (2) verbunden. Ein Smartphone steckt am entsprechenden Anschlusskabel (4) und der TV ist am optischen Eingang (3) angeschlossen.

Auf dem Mixer kann man nun zwischen zwei Modi wechseln, wir nennen sie mal „Game“ und „Phone“. Jeder Modus hat einen eigenen Slider über den sich anteilig die Lautstärke der verschiedenen Kanäle einstellen lässt. Die obere Seite des Sliders ist immer der Eingang (2) mit (3) zusammen. Die untere Seite unterscheidet sich je nach Modus: Bei „Game“ wird USB-Audio (1) und Controller-Audio (5) zusammen genutzt, bei „Phone“ nur der Smartphoneanschluss (4). So kann man z.B. beim Spielen 40% Game-Sound und 60% VoiceChat haben, beim Telefonieren 80% Telefon und 20% Game-Sound.

Ist man gerade ingame und im VoiceChat, und wird angerufen, kann man den großen mittig angebrachten Schalter umlegen. Dann wechselt der Mixer zum Modus „Phone“, reduziert die Spielelautstärke und verbindet das Headset-Mikrofon mit dem Smartphone. Die Kollegen im VoiceChat bekommen von dem Telefonat nichts mit. Für den Smartphone-Anschluss (4) gibt es eine gesonderte Taste zum Annehmen/Auflegen, außerdem eine globale Mute-Taste, die in beiden Modi das Mikrofon stumm schaltet. Beim Fernsehn braucht man nichts weiter zu tun, der Ton wird automatisch zugemischt, mit dem selben Anteil wie der PC (2).

Wir haben hier nur eine Mögliche Konfiguration beschrieben – es gibt jedoch noch viele weitere Kombinationsmöglichkeiten, besonders mit Spielekonsolen. Dabei ist eines sicher: für jeden ist etwas dabei!

Nach sovielen Funktionen kommen wir nun zu einem besonders wichtigen Punkt – Tragekomfort. Das ist wie immer eine subjektive Meinung des Testers und jeder bevorzugt einen anderen Typ Kopfhörer. Ich habe schon immer OverEar-Kopfhörer, die am Kopf anliegen und nicht aufs Ohr drücken. Meine Referenz in Sachen Tragekomfort ist ein mittlerweile 35 Jahre alter Kopfhörer mit relativ neuen Ohrpolstern.

Der Tragekomfort des RIG-Headsets hat mich persönlich nicht überzeugt. Es ist zwar ein OverEar-Kopfhörer, aber die Ohrmuscheln haben innen nur knappe 5 Zentimeter Durchmesser – damit drückt immer ein Teil auf das Ohr. Meine Uralt-Kopfhörer haben einen Zentimeter mehr – das klingt nicht viel, bietet meinem Ohr aber genug Platz. Der Mesh-Bezug und der Schaumstoff der Ohrmuscheln sind beim RIG angenehm weich. Der Anpressdruck ist mir persönlich zu groß, ich bevorzuge einen Kopfhörer, der quasi nur aufliegt. Der Kopfbügel ist zwar gepolstert, fühlt sicher aber hart an, weil er sehr schmal ist. Beim Tragen liegen etwa 2,5 Zentimeter Breite am Kopf auf, meine Referenz bietet dort glatt das Doppelte und passt sich besser der Kopfform an. Das liegt aber auch an der Konstruktion, da der RIG nur einen Bügel hat, der am Kopf aufliegt und gleichzeitig die Spannkraft überträgt.

Und wie klingt das Ganze nun? Ich bin echt beeindruckt, was Plantronics da Schönes aus den 40mm-Lautsprechern rausholt! Schöne satte Bässe, ordentliche Mitten und glasklare Höhen. Der Kopfhörer ist klanglich ein Allround-Talent, Musik, Filme, Games, Sprache – hier gibts absolut nichts auszusetzen, auch bei sehr hoher Lautstärke. Ab geschätzten 95% am Lautstärkeregler hört man, dass der Bass nicht mehr sauber dargestellt wird und S-Laute anfangen zu zischen – das ist aber ganz normal und zeigt, dass der Hersteller das Maximum aus dem System herausgeholt hat. Das Mikrofon des Headsets überträgt die Sprache durchweg sehr gut.

Der Lieferumfang des Plantronics RIG erfüllt alle Wünsche. Adapter auf Chinch – auch zum dazwischenstecken, ein 2,5mm Klinkenkabel für den Xbox-Controller, und ein Inline-Mikrofon, wenn man den Kopfhörer mal unterwegs ohne Mixer betreiben möchte. Ein Pluspunkt ist die Ausführung der Klinkenstecker mit Goldbeschichtung – so gibts keine Störungen durch Belag auf den Kontakten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der RIG ein voller Erfolg ist, exzellente Klanqualität gepaart mit einem praktischen Mixer rücken die kleinen Schwächen beim Tragekomfort in den Hintergrund.


Jan
Schreibt seit 2012 für appexam hauptsächlich Produkttests.

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