Foto 2.0: Lytro Lichtfeldkamera

Vergleich verschiedener Blenden-Einstellung (Photo by Lytro / Michael Soo)

Das Start-Up Lytro ist in den letzten Tagen durch die Medien gegangen - und so wie es aussieht: zu Recht!

Die Firma ist erst vor wenigen Tagen von Ren Ng gegründet worden, der 6 Jahre an der berühmten Stanford-Universität an dem Thema der Digitalen Lichtfeld Fotografie geforscht und schließlich auch seine Doktorarbeit (pdf) darüber verfasst hat, und doch überschlagen sich die Experten mit ihren Meinungen dazu.

Nun wurden erste Bilder gezeigt, die mit einer Lichtfeldkamera aufgenommen wurden - der geniale Vorteil der Technik: durch die Aufnahme der Lichtfelder ist ein manuelles Scharfstellen nicht nötig und wird bequem nach dem Schießen des Fotos am Computer erst gemacht - und lässt sich danach immer noch ändern. Dadurch ist die Kamera schneller und leichter, weil eben der Autofokus einer modernen Digitalkamera überflüssig wird.

Neben der Interaktivität, da man erst im Nachhinein bestimmt, was man sich genau anschauen will und das nach belieben ändern kann, ist das ganze sehr lichtempfindlich, sodass man auch bei sehr schlechter Beleuchtung gute Bilder erzeugen kann, wo man sonst meist die ISO-Zahl hochschraubt und somit ein starkes Rauschen in Kauf nimmt.

Lytro verspricht außerdem auch noch, dass ihre Kameras bequem zwischen 2D und 3D umschalten können.

Ist das Gerät quasi der Alleskönner, den alle demnächst haben wollen? Bislang ist noch nicht viel über die Kameras und ihr Preis bekannt, aber wenn das nur halb so gut funktioniert, wie die interaktiven Bilder in einer ganzen Galerie auf der Seite von Lytro, so dürfte eine große Abnehmerzahl mehr als sicher sein.

Wir warten eigentlich nur noch darauf, dass die ersten Modelle rauskommen (man kann sich per Email auf der Website bequem eine Kamera reservieren) und die Technik, an der bereits seit fast einem Jahrhundert geforscht wird, echt so gut funktioniert, wie es hier versprochen wird. Wünschenswert wäre natürlich dann noch die Verbreitung in Handys wie dem iPhone - ein mehr als eindeutiges Kaufargument für jeden Fotografie-Fan.

Einen ersten Eindruck der Möglichkeiten gibt dieses kleine Werbevideo:

http://youtu.be/7babcK2GH3I

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

2 Kommentare zu “Foto 2.0: Lytro Lichtfeldkamera”

  1. Guenter sagt:

    Ich finde die Lytro Lichtfeldkamera sehr interessant. Allerdings stellt sich die Frage, wie gut die Bilder wirklich sein werden. Denn um aus dem „Lichtfeld“ auf einen einzigen Bildpunkt zurückzurechnen, benötigt man einen Bildsensor mit sehr hoher Pixelzahl. Entweder hat Lytro preisgünstigen Zugang zu hochauflösenden Sensoren oder die Lytro Software verfügt über einen magischen Interpolationsalgorithmus. Hoffentlich wissen wir bald mehr!

  2. pascal sagt:

    Es sieht so aus, als wenn Lytro-Geräte nicht mit aktuellen DSLR oder einfache Knipser von der Auflösung mithalten können - die von denen gezeigten Bilder haben nur eine Auflösung von 2-3 MP gehabt, und ich meine, dass auch in der Dissertation etwas von Interpolation steht - natürlich hat man die quasi bei jedem Gerät, jedoch wie stark das hier ist, weiß ich leider nicht - dafür kenne ich mich dann leider doch zu wenig mit Kameras aus… :/
    Aber wie du sagst: bald sollen nach dem Newsletter wohl die ersten Geräte rausgehen und dann wissen wir mehr :)

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