Lenovos ThinkPad Tablet - ein Tablet für Businesskunden

Die Marke ThinkPad - ursprünglich von IBM, aber 2004 an die chinesische Firma Lenovo verkauft - steht seit ihrem ersten Auftreten 1992 für stabile und sichere Laptops, die mit ihrem schlichten Design weniger auf den Consumermarkt als für Businesskunden zugeschnitten sind und durch ihren Edelstahlrahmen auch für den Einsatz außerhalb von Büros geeignet ist.

Das ThinkPad Tablet mit Hardwarebuttons und gewohnt hoher Stabilität

Die nun präsentierten Tablets IdeaPad K1 und das ThinkPad Tablet laufen mit Android, das IdeaPad P1 mit Windows 7.

Angesichts der Geschichte der Marke verwundert es nicht, dass bei den nun von Lenovo vorgestellten Tablets primär mal wieder die Zielgruppe der gut gewinnbringenden Businesskunden angesprochen werden soll, in dem man wie bei den Notebooks auf hohe Sicherheit beispielsweise durch konsequenter Komplettverschlüsselung aller Daten setzt.

Daten

Das einfachere, mehr für den Consumermarkt ausgelegte IdeaPad K1 und das ThinkPad  laufen beide mit Android 3.1 Honeycomb auf einer NVidia Tegra 2 APU mit 1 GB RAM und unterscheiden sich soweit nicht von den typischen Android-Tablets. Wie beim Samsung Galaxy Tab 10.1″ findet sich auch hier ein 10,1 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1280×800 Pixeln. Die eingebauten Kameras nehmen Fotos mit 5 Megapixel (hinten) bzw. 2 MP (Front) auf und erlauben Videotelefonie.

Im Inneren schlummern je nach Ausführung 32 GB oder 64 GB interner Speicher, dazu sind noch weitere 2 GB in der Cloud bereitgestellt.

Neben der fast schon zum Standard der Android Tablets gehörenden HDMI-Schnittstelle ist ein SD-Kartenleser (auch für normale große SD-Karten - ein Novum) und neben einem normalen USB-Anschluss auch ein Micro-USB-Anschluss verbaut. Der 2-Zellen-Akku soll nach Angaben von Lenovo zwischen 8,5 und 10 Stunden halten.

Features des ThinkPad Tablet gegenüber dem IdeaPad K1

Während die beiden IdeaPads P1 und K1 nur mit WiFi und Bluetooth auskommen müssen, wird es das Business ThinkPad Tablet auch in einer 3G-Ausführung geben. Technisch kommen außerdem das sehr stabile und kratz feste Gorilla Glas für das Display (eine Erfindung der Firma Corning, die sich durch ihre deutlich bessere Elastizität und dennoch Stabilität gegenüber traditionellem Glas und Plastik großer Nachfrage bei vielen Herstellern erfreut - beispielsweise wohl auch für das iPhone 5), Verschlüsselung vom internen Datenträger und für SD-Karten dazu.

Lenovo IdeaPad K1 mit 10-Punkt-Multitouch-Display

Rein optisch unterscheiden sich die Tablets durch ihre Form: während die IdeaPads runde Ecken haben und auch beispielsweise in Rot erhältlich sein werden, setzt das ThinkPad Tablet auf die bewährten edel wirkenden Linien der Notebook-Linie und kommt in Schwarz daher. Eine weitere Besonderheit sind die Hardware-Knöpfe für den Home-Screen, Menü, Zurück und Suchen, die bei den bisherigen Android Tablets und auch bei den meisten neueren Smartphones weggefallen sind. Als verstecktes Highlight ist außerdem die Bedienung per Stift gedacht, der passend zum patentierten ikonischen roten Trackpoint der Laptops einen entsprechenden roten Kopf hat.

Software

Von Softwareseite her sind die Lenovo Tablets auch erstaunlich gut ausgestattet: Neben den Standardapps für Facebook und Twitter sind etliche Spiele wie Need for Speed, die Office-Anwendung Documents to Go und der eBook-Reader Zinio E-Mag vorinstalliert, Besitzer der Business-Version dürfen sich außerdem in den USA über die Netflix-App freuen - neben dem Arbeiten muss halt auch Zeit zum Filme anschauen sein. Für den Sicherheitsaspekt beim ThinkPad soll die Norton Mobile Security Anwendung sorgen.

Lenovos IdeaPad P1 kommt mit Windows 7 Professional

Das IdeaPad P1 mit Windows 7

Im Gegensatz zu den Android-Geräten verbaut das IdeaPad P1 einen Intel ATOM Prozessor mit 1,5 Ghz. Es kommt mit 2 GB Hauptspeicher, die unter Android bislang noch nicht ausgenutzt würden, aber für Windows 7 unabdingbar sind. Insgesamt setzt Lenovo hier weniger auf die Tablet-Funktionalität von Windows 7, die im Vergleich zum Vorgänger Windows Vista zwar erweitert wurde, aber dennoch nicht unbedingt für Tablets empfehlenswert ist. Hierbei steht mehr die Kompatibilität zu der weitaus größeren Anzahl an Anwendungen für Windows als für iOS und Android zusammen im Vordergrund, die gerade für den Business-Bereich noch zwingend notwendig sind. Ein Stift wie beim ThinkPad Tablet soll deswegen auch erhältlich sein. Die Akkulaufzeit wird mit 6 Stunden angegeben.

Nach einer ersten Präsentation vom Windows 7 Nachfolger ist dieser mit einer extra Oberfläche für Tablets ausgestattet, die der von Windows Phone 7 stark ähnelt und auf das davon bekannte Kachel-Prinzip setzt. Ein Upgrade auf Windows 8 gegen Ende 2012 oder Anfang 2013 könnte sich also als praktisch für das IdeaPad P1 erweisen, jedoch ist es unwahrscheinlich, dass sich das lange Warten lohnt.

Vielleicht schafft es ja auch das Unternehmen BlueStack, über das wir Anfang Mai berichteten, vorher Windows Anwendungen direkt unter Android laufen zu lassen, sodass auch dieser Schritt weg fällt.

Fazit

Die Tablets sollen für 399€ (IdeaPad K1) bzw. 450€ (ThinkPad ohne 3G) ab Mitte September über die Ladentheke wandern, über Preise und Erscheinungsdatum des Windows 7 basierenden IdeaPad P1 oder der 3G-Version vom ThinkPad hat der Hersteller noch nichts genaueres verlauten lassen. Von der Technik lassen sich die Tablets aber auf jeden Fall sehen und dürften auch Kritiker, die teilweise grundlos über die Sicherheitspolitik von Android geschimpft haben, überzeugen. Preislich sieht es auch gut aus, im Business-Bereich hat das ThinkPad erwartungsgemäß gute Chancen das Tablet schlechthin zu werden. Für gesteigerte Produktivität sorgt unter anderem das zusätzlich erhältlichen Dock mit externer Tastatur wie es beispielsweise schon beim Galaxy Tab der Fall ist.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

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