Apps für alle Plattformen: OPENAPPMKT

Als das erste iPhone rauskam, waren keine nativen Apps vorgesehen, außer halt denen, die Apple vorinstalliert hatte. Steve Jobs hatte damals gesagt, dass das Web die Zukunft sei und daher die Apps für das iPhone Webapps sind. Doch mit den ersten Hackern, die sich das iPhone unter den Nagel rissen und erste Jailbreaks inklusive Apps veröffentlichten, hatte Apple gemerkt, dass diese Möglichkeiten noch nicht im Web möglich waren - und Apple reicher als reich durch den App Store durch die 30% Provision + Entwicklerlizenzen machte.

Der OPENAPPMKT.com für Webapps

Mit dem Auftauchen von Android inklusive Markt, Windows Phone mit dem Marketplace und dem Ovistore von Nokia sowie andere Anbieter sind native Apps weiterhin die normale Art von Anwendungen, doch glücklicherweise hat das Web mit dem voranschreiten von HTML5 stark aufgeholt - Apps, die somit auf allen Plattformen laufen können und nicht an die Launen der App Stores gebunden sind.

Auf openappmkt.com findet sich ein Portal zum Entdecken von Web-Apps, die also völlig unabhängig ob man ein iPhone, Nokia N9, Motorola XOOM, oder LG Optimus Speed besitzt im Browser laufen. Das Portal kann man auf dem Desktop sich anschauen und wie beim Android Market auch die Apps dann an’s Handy oder Tablet schicken lassen, sofern man angemeldet ist.

Im iPad & iPhone funktioniert das über die Funktion Seiten als Apps auf dem Homescreen zu speichern. Bei mir wollte das mit Android auf meinem HTC Desire leider nicht so ganz funktionieren: Man wird (bzw. besser gesagt: soll anscheinend) auf eine App im Android-Market verwiesen werden, die die Leistung der Website leisten soll. Für den Gedanken, dass Apps im Web universell funktionieren sollten ein schwaches Bild. (Update: Es wird hierbei auf sog. User-Agent Sniffing zurückgegriffen, mit einem anderen User-Agent wurde ich schließlich doch noch erfolgreich auf den Android Market geleitet, wo sich lauter schlechte Rezensionen dazu finden, dass man nichts anderes als die Browserfunktionen teilweise nachgebaut hat und somit absolut kein vorhanden ist)

Zum Angebot des “MKTs” zählen hauptsächlich Anwendungen wie die Standard-Webversion von Youtube, von Facebook-Spiel Mafia Wars oder Sudoku. Neben der optischen Orientierung am App Store und Android Market hat man auch das System der Bezahlapps übernommen. Und auch quasi alle Apps, die für diese Plattform extra entwickelt wurden, sind Bezahlanwendungen. Mit 20% Provision hat man sich zwischen Apples und Googles Provisionspolitik positioniert, mit 99Cent für die meisten Pay-Anwendungen liegt man aber über den Standard von Apple und Google.

Bei den Beschreibungen und Bildern hat man stark gespart, sodass diese Seite wahrscheinlich im Test von Stiftung Warentest selbst hinter App Store, Ovi Markt und Co weit abgeschlagen landen würde, die allesamt äußerst katastrophal beurteilt wurden. Einziger Lichtblick bei der ganzen Sache sind die ausgeklügelte Sandbox der Browser und die deutlich transparentere Nutzung von APIs von HTML5 im Browser, die allerdings bislang auch weitaus weniger freigeben können. Ob sich das mit Mozillas Boot 2 Gecko auf Androidbasis oder Googles ChromeOS ändert, wäre zumindest für sinnvolle Webapps wünschenswert.

Aus meiner Sicht handelt es bei dem Projekt leider um den Wunsch die Arbeit anderer noch einfacher in Bare Münze umzuwandeln, nicht wirklich funktionsfähig und ausgereift. Wenn die Qualität stark verbessert wird, würde es mich jedoch trotzdem mal interessieren, denn plattformunabhängige Webapps haben schon ihre Attraktivität.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

Deine Meinung?

© 2013 Appexam. All rights reserved. ·
Powered by WordPress · Designed by Theme Junkie
   •    Portfolio   •   Kooperationen   •   Reviews   •   Kontakt   •   Autoren  •   Impressum