Auseinandergenommen und gut gefunden: Aufbauspiel My Country im Test

Nach unserem Testbericht über Paradise Island ist der Entwickler Game Insight wie berichtet an uns herangetreten und hat uns die schöne Möglichkeit gegeben, das neue Spiel My Country vor der Veröffentlichung schon mal richtig anzutesten. Weil man dort allerdings dann beschlossen hatte, doch den Release früher durchzuführen und wir uns nicht mit Bildern und vorgefertigten Bericht begnügen, kommt jetzt erst der richtige Testbericht, allerdings auch gleich auch mit Bildern aus der im Android Market veröffentlichten Version.

Erster Eindruck

Wer Paradise Island gespielt hat, wird sich vom Aufbau und generellem Spielprinzip schnell zu Hause fühlen, auch wenn die Bedienelemente in Teilen kleiner geworden sind. Im Vergleich wirken die Grafiken erwachsener und weniger verspielt, aber auch das Settings als solches hat sich gewandelt: während man in Paradise Island die kleine Insel zu einem Ferienort mit vielerlei Vergnügungsparks, Bars und Restaurant macht, findet sich bei MyCountry ein deutlich größerer Landstrich, der aber nach ähnlichem Spielprinzip zu einer Großstadt gewandelt werden soll. Das man dafür mehr als nur kaufwütige Touristen und Studenten als Billigarbeitskräfte braucht, ist klar und sorgt für mehr Komplexität, da mehr Faktoren den Bau beeinflussen.

Spielmechaniken

MyCountry: nur mit dem richtigen Werkzeug kann man einstellen

Zu Beginn muss man sich für eins von zwei Gebäuden als Hauptquartier entscheiden und wird dann durch ein kurzes, aber hilfreiches Tutorial geleitet, in dem man eine erste Taxizentrale aufmacht und Taxifahrer anstellt. In dieser kann man nun bis zu 3 Taxis gleichzeitig haben - sofern man vorher entsprechendes Personal ausgebildet hat. Denn die meisten Fabriken und Büros benötigen neben einer Stromversorgung durch Windkraft, Solaranlagen, Wasserkraft und Kohle auch spezielles Personal, welches man mittels entsprechendem Werkzeug anheuert und dann auf die Betriebe verteilt.

Je nach Betrieb kann man außerdem - das passende Kleingeld vorausgesetzt - das Gelände, das Dach und die generelle Höhe des Gebäude ausbauen, was mehr Optionen hinsichtlich der Beschäftigungsdauer und der daraus resultierenden Monetarisierung eröffnet. Durch das (Aus-)Bauen der Wohnhäusern bekommt man mehr Menschen unter, welche somit als unbedarfte Arbeitskraft den Betrieben zur Verfügung stehen.

Während man bei Paradise Island die Energie aus 2 verschiedenen Windkrafträdern oder über Solarenergie beziehen musste, trumpft My Country mit ganzen 12 Gebäuden auf. Insgesamt hat man deutlich mehr Möglichkeiten auf verschiedene Wege zu gehen, denn es stehen deutlich mehr Gebäude zur Verfügung. Auch haben nun die Dekorationen wie Parks oder Springbrunnen eine essentielle Bedeutung gewonnen, da sie den Umweltscore heben, der für viele Gebäude relevant ist um einen Ausgleich gegenüber der Umweltbelastung durch die Fabriken zu bieten.

MyCountry: Level-Ups bringen neue Gebäude

Wenn ein bestimmtes Level erreicht wird, werden neue Gebäude freigeschaltet und man kann sein Bauland immer weiter erweitern. Für manche Gebäude muss man auch eine bestimmte Ära erreichen, was dann so viel heißt, wie ein bestimmtes Bevölkerungslimit, genügend für die Umwelt getan und bestimmte Gebäude gebaut zu haben

Wie die meisten Social Games setzt auch My Country auf Micropayments namens CountryBucks, mit denen man sich allerlei Vorteile wie exklusive Gebäude, schnellere Bauzeit sowie Ressourcen und Fachkräfte direkt holen kann, doch auch wer nicht zahlen möchte, ist nicht manch wie in anderem Spiel auf diese Funktion angewiesen.

Steuerung

Was mich schon bei Paradise Island beeindruckt hat, war die sehr detaillierte Spielwelt, die trotz der ganzen Animationen immer noch äußerst flüssig läuft. Bei My Country hat Entwickler Game Insight das wieder geschafft, auch wenn sich im Test die Karte vereinzelt geweigert hat irgendwelche Interaktionen anzunehmen. Hierbei muss man natürlich auf den Beta-Status verweisen, denn auch wenn augenscheinlich die Engine in Titeln wie Paradise Island bereits erfolgreich erprobt ist, so wurde ja einiges mehr unter der Haube hinzugefügt.

Die Steuerung erfolgt komplett über den Touchscreen, lediglich zum Beenden des Spiels wird die Zurücktaste des Android-Handys genutzt. Dabei schieben sich die Menüs übereinander, wenn ein Untermenü geöffnet wird und lassen sich bequem auch wieder schließen. Leider sind bislang keine Einstellungen möglich, weswegen der mit der Zeit nervige Sound nur bei jedem Start erneut per Lautstärkeregler ausgeschaltet werden.

MyCountry: Geld und Erfahrungspunkte einsammeln

Immer, wenn eine Fabrik fertig produziert hat oder die Miete fällig wird, wird über dem Gebäude ein $-Zeichen angezeigt, beim Anklicken verschwindet dieses und Geld und XP sowie manchmal zusätzliche Gegenstände für die Facharbeiter landen auf der Karte, welche nun noch ein mal angeklickt werden müssen, damit man sie auch aufsammelt. Leider klappte das im Vergleich zum Pendant Paradise Island nicht so gut und häufig klickt man die falschen Gebäude an. Auch ist ungünstigerweise die Positionierung der Benachrichtigungen für ein fertig gestelltes Gebäude, wo nur noch das Fachpersonal fehlt über den Zeichen für Geld und XP, sodass man schnell mal was übersieht. Glücklicherweise lassen diese sich trotzdem einsammeln, auch wenn man dann eigentlich auf das falsche Icon drückt.

Mit der Einführung von automatisch sich bis zum Gebäude erstreckenden Straßen, sodass immer eine Anbindung ans Verkehrsnetz vorhanden ist, haben die russischen Entwickler eine teilweise frustrierende Bedingung für den Bau - weil sonst zu klein für den Touchscreen - sinnvoll gelöst. Auch äußerst übersichtlich ist Anzeige, woher man die benötigten Werkzeuge für die Arbeitskräfte her bekommt: Will man ein Gebäude ausbauen oder eröffnen und braucht das Fachpersonal, so wird das einem im Menü des jeweiligen Gebäudes angezeigt, ein Klick auf die jeweilige Arbeitskraft eröffnet das Untermenü mit den benötigtem Gegenständen. Ein weiterer Klick auf den Gegenstand eröffnet eine Übersicht, von welchen Gebäuden man den Gegenstand unter Umständen herkriegt - ein Klick auf dessen Symbol leitet direkt zum nächsten Gebäude dieser Art oder dem entsprechenden Baumenü.

Social Gaming

Bislang gibt es nur die Möglichkeit im Spiel Bilder zu schießen und diese entweder auf der SD-Karte zu sichern oder auf Facebook zu teilen. Genauso kann man auch Erfolge wie einen Level Aufstieg dort zeigen und so sich mit den Freunden und Kollegen messen - auf Erfolge wie bei den meisten anderen Spielen Facebookspielen einschließlich Paradise Island muss man bislang verzichten. Die Missionen wie das Errichten von Gebäude X und dort dann die Einnahmen abzuholen oder das Ausbauen der Gebäude ist zwar nett und lässt sich ebenfalls bei Erfolg teilen, aber wirklich vergleichbare Leistung stellt das nicht dar.

Fazit

MyCountry: über 54 verschiedene Fachkräfte wollen angestellt werden

Das Spiel weiß mit einer geballten Zahl von 32 verschiedenen Wohnhäusern, 20 Büros, 28 Fabriken (wobei darunter auch Feuerwehr, Taxi oder Post fallen), 28 Grünanlagen, 12 Energielieferanten und 16 Gebäuden für den Nahverkehr zu überzeugen. Dazu kommen noch verschiedene Zusatzgebäude, die für CountryBucks erworben werden können und meistens saisonbedingt nur zu haben sind. Die Grafik ist weniger verspielt als die von Paradise Island, aber immer noch farbenfroh und äußerst detailliert. So kann man beispielsweise die einzelnen Menschen sehen, wie sie auf den Straßen neben den Autos herumwandern und auch oberhalb der Stadt fliegen vereinzelt Vögel und Wolken vorbei.

Die neuen Strukturen wie die Umweltbelastung als Faktor für die Baugenehmigung oder die aktuell 54 verschiedenen Arbeitskräfte sorgen für mehr Komplexität und sorgen für länger anhaltende Motivation weiter zu spielen, da man dann doch ähnlich der Pokemonspiele früher alle Gebäude haben möchte. Ein sehr cooles Feature ist die Option Gebäude (zumindest die Wohngebäude) umzufärben oder Seen auszuheben.

Was mir nach wie vor fehlt, sind die Naturkatastrophen und ähnliche Bedrohungen für die eigene Siedlung wie man sie aus dem Vorbild SimCity kennt. Das Fehlen macht es zwar auf der einen Seite gut möglich auch das Spiel mal einfach weg zu legen ohne Gefahr zu laufen beim nächsten Besuch eine komplett verwüstete Stadt vorzufinden und dann neu zu beginnen (das Spiel läuft schließlich auch weiter, wenn es aus ist), gleichzeitig fehlt so ein gewisser Kick.

Wer länger dauernde Aufbauspiele mit einer gewissen Komplexität gerne hat, wird auch bei My Country sicherlich seinen Spaß haben. Technisch ist es sehr gut durchdacht, nur funktioniert teilweise die Steuerung nicht ganz so präzise, wenn man ein anderes Gebäude oder ähnliches anvisieren will, aber dies ist auf Grund des Betastatuses verkraftbar.

Die 26MB große App gibt es jetzt ab sofort gratis und komplett werbefrei im Android Market. Wie auch bei Paradise Island gibt es außerdem eine Version auf Facebook, die in Arrangement der Menüs und in anderen Details sich unterscheidet.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

10 Kommentare zu “Auseinandergenommen und gut gefunden: Aufbauspiel My Country im Test”

  1. Ricardo sagt:

    Gibt es das spiel auch für iphone 4????

  2. pascal sagt:

    Bislang noch nicht.
    Jedoch gibt es auf Facebook auch eine Version, die zumindest an nem richtigen Computer auch viel Spaß bereitet.

    Wir fragen aber noch mal beim Publisher Game Insight nach!

  3. [...] 5 diesen Herbst veröffentlicht. Nachdem Android so einen Hype aufbrachte, haben wir auch dafür Apps getestet, dabei aber auch Nachrichten und lustige Gadgets nicht vergessen. Und nun, sozusagen um [...]

  4. pascal sagt:

    Wir haben schön schnell eine Antwort von der PR-Abteilung von Game Insight bekommen:

    Thanks for feedback! iOS version is already “under construction” :) You can surely tell all visitors that My Country will be on iPhones and iPads by the end of this month.
    (Danke für’s Feedback! Die iOS-Version ist bereits in der Entwicklung. My Country wird bereits zum Ende des Monats hin auch für iPhone und iPad erscheinen)

    Wir freuen uns schon darauf zu schauen, ob es irgendwelche Besonderheiten bei der iOS-Version gibt und euch dann davon zu berichten!

  5. GMIX sagt:

    Hallo Appexam-Team,

    ich kann die Verbindung zu meinem Facebook-Account nicht herstellen. Habe die App unter Windows 8 zu laufen, aber keine Facebook-Anbindung.

    Wo lässt sich diese herstellen? Ich bin auf Level 11 und möchte ungern von vorne beginnen.

    Danke

  6. Pascal sagt:

    Hallo GMIX,

    Zu der Version unter Windows 8 kann ich leider nicht wirklich was sagen. Konntest du bislang überhaupt nie auf die Facebook Verbindung zugreifen oder ist das erst jetzt der Fall? In jedem Fall würde ich mal die Entwickler wegen Support anschreiben.

    Viel Erfolg!

  7. Mo sagt:

    Hi

    hab ganz lange damit auf dem Computer spielen können. War toll - plötzlich gibt es Schwierigkeiten, das Spiel zu laden. Hab ich zu wenig Geld eingesetzt? ;-)

  8. Pascal sagt:

    @Mo ich kenn leider die PC-Version nicht. Zu wenig Geld sollte es aber nicht sein, eher ein Bug ;)

  9. Lutz sagt:

    Hi
    spiele My Country Online auf Notebook Windows 8 und bin am Ende level 34 - über 3 Millionen Erfahrungspunkte und inzwischen über 80 Millionen US-Dollar - wo gibt es nen Patch, damit ich Level 35 und höher bekomme - denn ansonsten kann ich viele Gebäude nicht weiter ausbauen
    Danke für eine schnele Antwort

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