Das Galaxy Nexus mit Ice Cream Sandwich

Das neue Galaxy Nexus ist das erste Handy mit Android 4.0

Eigentlich sollte nur eine Wochen nach der Präsentation vom iPhone 4S mit iOS 5 die Antwort von Google und Samsung kommen, doch nach dem Tod von Apple-Mitgründer Steve Jobs hatte man das Event auf den 19. Oktober verschoben.

Das Galaxy Nexus, welches lange Zeit ganz im Rahmen bisheriger Google Nexus Modelle als Nexus Prime gehandelt wurde, ist das erste Handy mit dem neuen Android 4.0 Ice Cream Sandwich. Technisch ist es auf Höhe mit dem bisherigen Flaggschiff von Samsung, dem vom Stiftung Warentest auf’s höchste gelobte Galaxy SII.

Im Vergleich zum Galaxy S II hat das Galaxy Nexus nun ein 4,65″ Bildschirm mit einer HD-Auflösung von 1280×720 Pixeln, wobei der untere Teil für Software-Buttons genutzt wird, die je nach Bedarf auch der normalen Anzeige weichen. Der 1,2 Ghz Dualcore Prozessor ist vergleichbar mit dem des Galaxy SIIs und auch die sonstigen Merkmale sind auf ähnlichem technischen Niveau. Eine Besonderheit ist die Unterstützung von LTE/4G Netzen.

Das wahre Highlight der Keynote war jedoch Android 4.0 Ice Cream Sandwich, was durch überarbeitete Animationen und andere Effekte glänzt.

Ice Cream Sandwich zeigt eine Vorschau der aktuellen Apps an...

Neben dem neuen Launcher, der deutlich flexibler die Anordnungen von den Apps in Ordnern durch einfaches übereinander ziehen oder im Dock umsortieren hat sich vor allem die Tastenführung geändert: beim Galaxy Nexus sind die Tasten nur virtuell am unteren Rand des Bildschirms und es wurde sich auf die Tasten “Zurück”, “Start” und eine Übersicht aller offenen Apps, die bei längerem Drücken dem Menü-Knopf entspricht. In vielen Fällen kann man durch ein Wischen zur Seite Nachrichten und Inhalte löschen.

Features von Ice Cream Sandwich:

  • Verbesserte Tastatur: Autovervollständigung, Wortkorrektur und präzisere Berührungskontrolle.
  • PIN ade: Handy freischalten mittels Gesichtserkennung über die Frontkamera (mit alternativen PIN oder Passwort bei schlechter Beleuchtung)
  • Überarbeitete Kamera-App: der sehr gute Kamera-Sensor des Galaxy Nexus mit 8MP und 1080p Full-HD Filmaufnahmen wird mit Panorama-Funktion und Time-Lapse-Videofunktion ausgenutzt. Danach stehen außerdem umfangreichere Filteroptionen a la Instagram oder CameraFx zur Verfügung sowie Optionen zum Zuschneiden, drehen und spiegeln.
  • Ausführliche Auskunft über den Internetgebrauch: in den Einstellungen wird der (mobile) Internetgebrauch nach App und Zeit sehr detailiert aufgeschlüsselt. Außerdem kann man auch gleich Apps das Kommunizieren mit dem Internet im Hintergrund verbieten und Volumengrenzen inklusive vorheriger Warnung festgelegt werden.
  • Android Beam: spezielle API, die das Teilen von Webseiten, Videos oder Mappositionen mit anderen Android-Handys mittels NFC durch einfaches zusammenlegen mehr als einfach macht.
  • Gmail und Google Calendar haben ein neues Gewand bekommen und sind fester mit dem System verdrahtet.
  • Neue People-App: Als Nachfolger der Kontakte führt sie ganz nach dem Vorbild von Microsofts Kontakte-Zentriertem Windows Phone 7 alle Neuigkeiten aus sozialen Netzen etc. zusammen und gibt Entwicklern APIs, um direkt aus der People-App über einen beliebigen Dienst Kontakt aufzunehmen (Der Chef der Windows Phone Abteilung von Microsoft hat sich entsprechend beleidigt zu Wort gemeldet)
  • Screenshots: Zuvor musste man mühsam auf einem gerooteten Handy entweder per App oder Fernsteuerung Bilder machen, dies geht nun von Haus aus mittels Tastenkombination.
  • Verbesserte Benachrichtigungen: optisch hat sich zwar ein wenig was getan, doch an das schmucke Benachrichtigungscenter von iOS 5 kommen die neuen Benachrichtigungen leider nicht an. Trotzdem kann man nun auch endlich einzelne Benachrichtigungen bequem per zur Seite wischen entfernen.
  • Sprachsteuerung: Die Sprachsteuerung ist zwar schon lange Bestandteil von Android, aber hatte bislang kaum ernsthafte Bedeutung. Jetzt wird das gesprochene direkt gestreamt und in Eingabefelder etc. beim Sprechen bereits eingetragen.

 

Laut Google soll Ice Cream Sandwich auf jedem Android-Handy laufen, auf dem auch der Vorgänger Gingerbread lauffähig ist. Wir sind gespannt, wie sich das neue Android auf Tablets schlagen wird, da Ziel von Ice Cream Sandwich war, die bisherigen Plattformen Gingerbread für Smartphones und das für Tablets entwickelte Honeycomb wieder zusammen zu bringen. Optisch hat man viel aus Honeycomb wie die Hauptsteuerungsknöpfe übernommen, und auch insgesamt bekommt man eher das Gefühl, dass das neue Betriebssystem für größere Bildschirme entwickelt wurde. Wie bereits bei Honeycomb ist Google bemüht die Hersteller von zusätzlichen Modifikationen der Benutzeroberfläche abzuhalten.

Insgesamt bietet Googles neues Betriebssystem wenig Neuerungen, hauptsächlich sind es schöne Verbesserungen. Auf eine feste Integration eines sozialen Netzwerks wie Google+ wie es Apple mit der Twitter-Integration in iOS 5 gemacht hat müssen wir uns außerdem auch noch gedulden, doch dies dürfte nur eine Sache der Zeit sein. Auch ist die überarbeitete Sprachsteuerung gelungen, doch bislang hat sie deutlich weniger Funktionen als Apples Siri. Über lustige Gespräche a la Siri hätten wir uns sicherlich gefreut ;)

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

8 Kommentare zu “Das Galaxy Nexus mit Ice Cream Sandwich”

  1. Jerome sagt:

    Wie teuer wird es sein

  2. Anton sagt:

    Mit zwei Jahres Vertrag wird der Preis für das Nexus Prime -laut diverster Quellen - 299 € Kosten- Ohne Vertrag wird der Preis wohl ähnlich wie beim Nexus S, anfangs in der RIchtung ~ 580 € liegen. Ohne Gewähr

  3. [...] Galaxy Nexus, das erste Smartphones mit dem neusten Google Betriebssystem Android 4.0, wurde vor knapp einem Monat in einer großen Keynote in Hong Kong von Google und Samsung präsentiert. Doch während das Entwickler-SDK bereits am Tag der Keynote am [...]

  4. [...] neue Großoffensive gestartet, und kommt mit neuen Vorwürfen gegen das Android Flaggschiff, das Galaxy Nexus. VN:F [1.9.14_1148]Bewertung:Bewertung läuft…Rating: 5.0/5 (1 vote cast)VN:F [...]

  5. [...] Phone Lager zu großen Displays von bis zu 4,7 Zoll neigt, hat man beim ebenfalls 4,65 Zoll großen Galaxy Nexus schon die HD-Auflösung von 1280×720 Pixeln. Ebenfalls wird die lange geforderte [...]

  6. [...] wobei man sich bei Google besonders für süße Leckereien als Namensgeber begeistert. Nach Ice Cream Sandwich müsste also eine Nachspeise/Süßigkeit mit J kommen und die Bohnen, die bereits bei Harry Potter [...]

  7. [...] Galaxy Nexus: Insgesamt hat man bei Samsung scheinbar wieder den Vorreiter mit Android 4.0, dem Galaxy Nexus als Versuchsplattform genutzt, um aus dem Galaxy S3 das beste herauszuholen und dem Erfolg des [...]

  8. [...] Droid-Life)Google hatte Android 4.0 Ice Cream Sandwich (ICS) vor knapp einem halben Jahr mit dem Galaxy Nexus veröffentlicht, welches ohne Vertrag und anderen Einschränkungen durch die Netzbetreiber im [...]

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