Microsoft macht Androidhandys teuer!

Buchhändler Barnes & Noble, die bereits mit den auf Android basierenden Ebook-Readern Nook & Nook Color recht erfolgreich Amazons Kindle Konkurrenz machen, haben nach Lizenzforderungen von Microsoft sich an das US-Justizamt gewandt und will sich gegen die Patente wehren.

Microsoft hatte eine Schweigeerklärung (Non Disclosure Agreement, NDA) von Barnes & Noble wie bei anderen Android-Herstellern wie Samsung oder HTC bezüglich der Patente eingefordert, die es schwierig macht als Außenstehende die Relevanz der Patente zu beurteilen. Doch im Rahmen der Ermittlungen hat der Buchhändler die fraglichen Patente veröffentlicht, da es sich hierbei nach Barnes & Nobles Verständnis um Patente Prior Art und somit ungültige Patente handelt.kindle fire start

Ungültige Patente weil Prior Art

Bei den im Rahmen der Beschwerde veröffentlichten Patentschriften wird beispielsweise der Ladeprozess eines Webbrowser mit eingebundenen Bildern beschrieben - nach Barnes & Noble bereits vorher im Netscape (dem Vorgänger des Firefox) impementiert, und daneben auch ein nicht mehr zeitgemäßes Verfahren. Ein weiteres Patent ist die einheitliche Darstellung eines Betriebssystem, wobei Microsoft die Nutzung von Tabs besonders unterstreicht - etwas, was mit dem Windows Konkurrenten OS/2 auch bereits vorher gegeben war. Die 3 weiteren Trivialpatente beschreiben die Darstellung des Ladestatus einer Website, das Hinzufügen von Kommentaren in Dokumenten und das Markieren von Textteilen in Dokumenten.

Gezielter Patentmissbrauch?

Es wird bereits schon seit langem vermutet, dass Microsoft mit seinen Patenten und seinen dazugehörigen NDAs gezielt die Konkurrenz ausschalten bzw. zumindest mit verdienen und seine eigene Plattform - Windows Phone 7 - attraktiver machen will. So ist auffällig, dass die Lizenzgebühren, die Barnes & Noble für ihr Android-Tablet zahlen sollen, genauso hoch sind wie eine entsprechende Windows Phone 7 Lizenz.

Einen ähnlichen Fall hatte es bereits schon ein Mal zwischen Microsoft bzw. SCO und IBM gegeben, in dem Microsoft über die SCO Group versucht hatte, die Nutzer von Linux zu extrem teuren Lizenzzahlungen zu bewegen (oder auf Windows zu wechseln). Aber auch so sind die Lizenzzahlungen von HTC, Samsung und weiteren Android-Anbietern, die für mehr als die Hälfte aller Androidgeräte verantwortlich sind, bereits jetzt deutlich profitabler als die von Windows Phone 7: fast eine halbe Milliarde sollen so in die Kassen von Microsoft allein dieses Jahr gespült werden.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

2 Kommentare zu “Microsoft macht Androidhandys teuer!”

  1. Nathalie84 sagt:

    Richtig so. Ich kann auch nicht aus allenmöglichen Technologien was zusammenbasteln und dann erwarten, dass die bisherigen Patentbesitzer ruhig sind. Die Empörung des Autors ist unverständlich. Wenn es keine Patente geben würde, dann wäre ein wichtiger Antrieb für Erfindungen nicht mehr gegeben.

  2. Wyatt Noteralda sagt:

    Das Geld ist einfach zu knapp und man kann davon ausgehen dass, dies auch in der Zukunft nicht besser wird.

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