ACTA - Gläserner Bürger oder Anti-Piraterie

sopa-pipaSOPA, ACTA und TRIPS sind die im Moment am meisten besprochenen Probleme in der modernen digitalen Welt. Die Regierungen schließen sich im Kampf gegen die illegalen Machenschaften im Internet zusammen und die Bevölkerung stellt die Opposition. Doch viele wissen nicht wirklich, was hinter den Wörtern steckt und welche Auswirkung dies auf das eigene Leben hat. Daher wollen wir einmal klären, was SOPA, ACTA und TRIPS ist und wie es unser Leben verändern kann.

Fangen wir einmal mit dem amerikanischen SOPA an. SOPA steht für “Stop Online Piracy Act” (Stoppt Online Piraterie) und ist ein Gesetzesentwurf, der im amerikanischen Kongress eingereicht wurde. Der Gesetzesentwurf sah vor, dass Verstöße gegen geltendes amerikanisches Recht auch online bestraft werden können. Es sah vor, dass gerichtliche Verfügung gegen Websitebetreiber erwirkt werden können, damit diese zB. auch nicht durch andere Dienstleister beliefert werden dürfen.

Provider, die mit den amerikanischen Behörden zusammenarbeite, sollen jedoch straffrei bleiben. Befürworter sagen, dass durch SOPA Behörden Mittel bekommen um effektiv gegen Piraterie zu kämpfen. Sie wollen Urheberrecht und Arbeitsplätze schützen, welche durch die entgangenen Einnahmen verloren gehen würden. Kritiker entgegnen jedoch, dass die Meinungsfreiheit damit eingeschränkt wird und es zur “Zensur” im Internet kommen wird. Was Zensur im Internet heißt, dass demonstrierte Wikipedia vor kurzem, als sie die englische Wiki für einen Tag “Schwarz ziehen” ließen.

the-worst-thing-about-censorshipWas für die einen SOPA ist, dass ist für die anderen ACTA. Dabei steht das Kürzel für Anti-Counterfeiting Trade Agreement, was auf deutsch so viel wie Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen heißt. Dieser multinationale Vertrag soll auf völkerrechtlicher Ebene eine Basis gegen Produktpiraterie bilden und ist daher von den Industrienationen auch als ein “unfragliches” Must-Have. Obwohl ACTA nicht viel mehr Rechte bekommt als TRIPS, jenes Handelsabkommen, welches den Handelsbezogenen Umgang mit geistigen Eigentum schützen soll, so sind die Rechte von ACTA weitergehend und können tiefer greifen.

Während TRIPS sich hauptsächlich darum kümmert, dass sicher und fair mit geistigen Eigentum gehandelt werden kann, so will ACTA den Handel mit geistigen Eigentum überwachen und bestrafen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit jene Personen zu bestrafen, welche illegal mit geistigen Eigentum handeln, aber auch jene die davon wissen, so zB. die Provider. Jedoch sieht der Staat vor, dass jene Provider, die kooperative sind, straffrei bleiben sollen. Somit wäre den Providern die Massenspeicherung erlaubt, da dies der einzige Weg ist, wie sie sich schützen und aus der Anklage freikaufen können.

Auch wenn viele behaupten, dass SOPA und ACTA ein nötige Instanz sei, um gegen Produktpiraterie anzukämpfen, gibt es auch Stimmen die vor dem gläsernen Bürger warnen. Beide Gesetze ermöglichen die kontinuierliche Überwachung des Internets, auch wenn es nicht zu einer Straftat kommt. So würde es zwar einerseits möglich sein, illegale Machenschaften aufzudecken, aber es besteht Sorge, dass harmlose Surfer in die Greifer fallen, weil sie zB. auf eine Werbung geklickt haben, welche im Zusammenhang mit einer Straftat oder einer illegalen Seite steht.

Kurzzeitig war dieses Video übrigens aufgrund eines fälschlichen GEMA Vermerkes übrigens nicht verfügbar. Der Clip von Produzent Bruno Kramm steht unter Creative Commons

Hauke
Schreibt seit 2008 über News der mobilen Welt und ist Mitbegründer von Appexam. Auch zu finden auf Google+

2 Kommentare zu “ACTA - Gläserner Bürger oder Anti-Piraterie”

  1. [...] eigentlich nicht viel besser ist, als die Gesetze der EU oder USA. Was auf internationaler Ebene ACTA und SOPA ist, das ist im kommerziellen Bereich eine Datenschutzerklärung, wie sie Google ansetzt.VN:F [...]

  2. [...] ACTA und SOPA sind die wohl meist gehassten Wörter in der digitalen Welt. Sie stehen für die Zensur im weltweiten Netzwerk. Dagegen wehren sich die Benutzer des Internets, jedoch nicht nur die Insider, sondern auch diejenigen, die das Internet als Informationsbasis benutzen. Einer dieser ist der Unternehmer Herbert Bredthauer, der es mit seiner Petition in den deutschen Bundestag geschafft hat. [...]

Deine Meinung?

© 2013 Appexam. All rights reserved. ·
Powered by WordPress · Designed by Theme Junkie
   •    Portfolio   •   Kooperationen   •   Reviews   •   Kontakt   •   Autoren  •   Impressum