Kommentar: Das neue iPad. Und nu?

Das neue iPad

Da ist es also: das neue iPad. Es ist einfach nur “das neue iPad”, die Versionsnummer hat man einfach gestrichen. Es hat nun mal auch nicht so viel neues zu bieten als ein hochauflösenderen Bildschirm, einen etwas besseren Prozessor und eine brauchbarere Kamera sowie ein in Deutschland nicht nutzbares 4G LTE Modul. All diese Features waren bereits vor der Präsentation bekannt  geworden und stellen das Minimum dar um trotz Applebonus gegen die seit dem ersten iPad gewaltig aufholenden Tablets mit Android und bald Windows 8 halbwegs konkurrenzfähig zu bleiben.

Apple ist entzaubert

Das neue iPad ist das erste Produkt von Apple nach dem Tod vom Mitgründer Steve Jobs. Wie beim kurz vor seinem Tod vorgestellten iPhone 4S sind es auch beim iPad 3 (wir nennen es der Einfachheit halber weiterhin iPad3) nur wenige Details, die man verbessert hat, das Design ist quasi komplett unberührt geblieben. Und selbst diese Info gab es in einem Video bereits einige Tage vor der Präsentation zu sehen.
Mit dem Tod von Steve Jobs scheint eine neue Ära für Apple angebrochen zu sein. Vorbei ist die große Geheimniskrämerei, die “One More Thing”s sind unter seinem Nachfolger Tim Cook Geschichte und die Apfeljünger sind kritisch und kaufen auch nicht mehr alles. Auch außerhalb der Shows und Selbstinszenierung als hippe alternative Randgruppe findet sich Apple immer wieder in Kritik, weil sie die Produkte bei Foxconn unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen fertigen, was auch für den US-Präsidenten Obama Grund genug ist Apple zu wenig für neue amerikanische Arbeitsplätze zu tun.

Apple ist schon lange keine kleine Untergrundmarke mehr

Auch wenn Apple sich immer noch gerne als Rebell, als kleine Gruppe von Auserwählten, als andersdenkende Idealisten präsentieren versucht, ist mittlerweile den meiste Käufern klar, dass Apple nicht nur das gelbe vom Ei ist. Man ist schließlich jetzt wertvollste Firma der Welt. Und genau die daraus resultierenden Gewinne in Milliardenhöhe jedes Quartal erlauben es Apple dieses Image weniger stark zu betonen und sogar günstiger zu werden um eine höhere Verbreitung zu erzielen - garantiert nicht um jeden Preis und auch wohl nie zum allgemeinen Monopol, aber immerhin einen großen Stück vom Kuchen möchte man schon in Cupertino abhaben.

Der Wegfall der Version

Ein Leitmotiv für Apple war weniger die Zahlen wie die genaue Prozessorbezeichnung oder den Grafikchip in den Vordergrund zu stellen sondern viel mehr die Möglichkeiten aufzuzeigen. Um mögliche Verwirrung zu vermeiden gibt es deswegen weniger Auswahl und man kauft einfach immer das neuste in der Hoffnung, dass Apple schon auf einen aufpasst und wieder mal ein besseres Produkt als den nun billigeren Vorgänger entwickelt hat. Alles ist auf den Konsum ausgerichtet, dass man einfach alle 1-2 Jahre (Generationen der Technik) ein neues iPad kauft.

Für potentielle Käufer bedeutet die Einführung des iPad 3 vor allem eines: die “neue” Technik im iPad 3 ist Spielkram.  Die Bildschirmauflösung ist zwar in Tests erkennbar, doch ein Tablet hält man deutlich weiter von den Augen entfernt als ein Smartphone. Dadurch ergibt sich keine so starke gesteigerte Bildqualität wie es zwischen iPhone 3G und 4(S) der Fall war, aber die Wärmeentwicklung und der Leistungsaufwand für den Prozessor sind dafür deutlich stärker gestiegen, weswegen die neue A5x-CPU eingeführt werden musste um vergleichbare Leistung auf den Bildschirm zu zaubern. Mit der eingebauten Kamera kann man weder vernünftig Filmen oder Fotos machen, da die Handykamera beispielsweise des iPhone 4S sowohl von der Leistung als auch die Handlichkeit des Gerätes unvorteilhaft für das iPad sind. Das ganze macht aber das “alte” iPad 2 immerhin ganze 100€ günstiger und ist deswegen mein Tipp für alle iPad-Fans!

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

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