PDK verspricht schnellere Android-Updates

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Letztes Jahr hatte man auf der Google I/O noch von der Update Alliance mit großen Tönen geprahlt, doch richtig was geworden ist es trotzdem nicht: nach wie vor haben die wenigsten Hersteller ihre Geräte auf Ice Cream Sandwich aktualisiert und die Nachfolgerversion Jelly Bean wurde jetzt bereits bei der Eröffnung der diesjährigen Google I/O auf dem Nexus 7 vorgestellt. Man muss zwar bedenken, dass der Sprung zwischen Android 2.3 Gingerbread und Android 4.0 sehr groß ausgefallen ist, sodass auch das CyanogenMod-Team erst 225 Tage nach dem Erscheinen vom Quellcode den ersten Release Candidate von CM9 vorzeigen konnte, doch es ändert nichts daran, dass die Nutzer lange auf die vielen wirklich großen Verbesserungen von Android 4+ warten müssen.

Schnellerer Zugriff ab Jelly Bean

Aus diesem Grund sollte man die Ankündigung des Android “Platform Developer Kit” (PDK) nicht vergessen, die mehr oder weniger in den ganzen Neuerungen untergegangen ist. Es stellt einen neuen Versuch die Verzögerung zwischen Freigabe des Quellcodes und dem Erscheinen von Updates reduzieren, da bislang alle Interessierte - auch die Hersteller - bis zum erscheinen eines neuen Nexus-Gerätes bzw. sonstigen Referenzmodell auf den Quellcode verzichten mussten und somit sich nicht an die Arbeit für ihre eigenen Geräte machen konnten. Google Partner bekommen jetzt im Rahmen des PDKs schon 2 bis 3 Monate vor der offiziellen Vorstellung das Entwicklungskit um mit ihren Anpassungen anzufangen.

Mit Jelly Bean hat Google den ersten Testlauf dieses Systems gestartet, weswegen man hoffentlich die langen Wartezeiten auf Ice Cream Sandwich entschuldigen kann, sofern die Hersteller sich dann gleich an die Entwicklung ihrer Jelly Bean ROMs gemacht haben und die Updates auf Ice Cream Sandwich dafür übersprungen werden.

Bislang Wartefrust

Das Computermagazin c’t hatte sich der großen Problematik mit den Updates auf Ice Cream Sandwich angenommen und die gefühlte Ewigkeiten mit harten Fakten untermalt. Im Schnitt dauert das Update auf die nächste Version rund 9 Monate - und Android wird ungefähr alle 6 Monate um eine neue Version aktualisiert! Dabei zeigt sich HTC mit durchschnittlich 5,6 Monaten trotz scheinbar Unmengen an Geräten noch von der besten Seite, Samsung ist mit 8,6 Monaten beim Durchschnitt und der langsamste Hersteller im Test war LG mit ganzen 10,5 Monaten. In der bisherigen Unternehmensgeschichte haben gerade LG, Samsung und Co durch ihre eigenen Betriebssysteme kaum Erfahrungen mit regelmäßiger Wartung ihrer Geräte und verkauften eher neue Geräte als ein altes zu aktualisieren. Beim strauchelnden Spitzenreiter hat man hingegen schon lange Erfahrungen mit Windows Mobile und Android als länger gepflegte Systeme.

Im Tabletmarkt hat sich der taiwanesische Computerhersteller Asus nicht ohne Grund einen Namen gemacht, denn man hat den sehr guten Support vom Computer auf die Android-Plattform übertragen und hat bislang innerhalb kürzester Zeit die Tablets aktualisiert - vermutlich auch ein Grund, weshalb Google neben der hohen Verarbeitungsqualität die Taiwanesen als Hardware-Partner für ihr Nexus 7 genommen haben, auch wenn die Entwicklung von Android bei diesem Gerät quasi ausschließlich bei Google selber liegt.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

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