Erstes Firefox OS Handy von Telefónica vorgestellt

Firefox OS Prototype von Telefónica (via Techweek Europe)

Firefox OS Prototype von Telefónica (via Techweek Europe)

Mozillas Firefox OS, ehemals Boot2Gecko, soll die Abhängigkeit der Hersteller und der Netzanbieter vom iPhone und Android reduzieren.

Der Browserhersteller Mozilla, der hinter Open Source Projekten wie dem beliebten Firefox oder dem Mailclient Thunderbird steckt, hatte mit seiner Plattform Boot2Gecko eine alternative zu Android entwickeln wollen, die nur auf das offene Web setzt. Jetzt ist das Projekt soweit fortgeschrittenen, dass man der Einfachheit Boot2Gecko in Firefox OS umbenannt hat und der spanischen Netzanbieter Telefónica (O2 in Deutschland) als erster Anbieter ein Smartphone Prototypen auf der Software-Basis der Öffentlichkeit zeigt.

Motivation

Als Motivation gilt es auf Mozillas Seite, eine freie Alternative zu den führenden mobilen Betriebssystemen iOS, Android,Windows Phone und Co. zu schaffen. Dies ist gerade für die Hersteller und die Anbieter interessant, da man bislang entweder sehr hohe Kosten hatte, wenn man beispielsweise das iPhone subventioniert auf dem gleichen Preisniveau wie ein günstigeres Android-Phone anbieten will. Daneben machen sich aber auch die Hersteller und Netzanbieter von Konkurrent Android und damit Googles Launen abhängig, wenn sie nur noch auf das Google-System setzen. Bei Telefónica betont man allerdings extra, dass man weder Android schlecht findet noch gegen Google angehen will (und es wohl eh kaum können wird), jedoch die Vielfalt als praktisch für den ganzen Markt sieht.

Offenheit

Firefox OS baut im Kern auf Android auf, jedoch sind die Teile, die für die Java-VM relevant sind, entfernt. Zum Programmieren setzt man völlig auf Apps, die mit HTML5 und Javascript geschrieben sind und somit für jedermann verständlich nachvollzogen werden können. Da das Projekt wie bereits andere Projekte von Mozilla über offene Repositorys läuft, kann jeder jederzeit auf den ganzen Quellcode zugreifen und seine eigene Version zusammen bauen. Bei Android hingegen muss man immer warten, bis Google die jeweilige Version freigibt und somit Herstellern, Entwicklern und Hackern zugänglich macht. Daneben gibt es Kritiken zum Verwenden der Apache-Lizenz, die die Hersteller nicht dazu zwingt, ihre Modifikationen öffentlich zu machen, sodass externe Entwickler wie das CyanogenMod-Team auf offen gestimmte Hersteller hoffen muss.

Ein weiterer Vorteil gegenüber Android ist der Wegfall von Java und somit geringere Anforderungen an die Hardware, was günstigere Preise möglich macht. Das erste Firefox OS Smartphone soll deswegen vermutlich mit einem Preis von unter 100$ in Brasilien - einem der Kernmärkte von Telefónica - im nächsten Jahr an den Start gehen. Neben Telefónica hat Mozilla von zwei Herstellern und sechs Anbietern gesprochen, wobei man mit weiteren drei bis vier Herstellern in Verhandlungen steht.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

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