1000 km AppleMaps Navigation - ein Fazit

apple-maps-navigationÜber das ominöse Apple Maps aus dem neuen iOS 6 hört man seit Wochen nicht so richtig viel Gutes, hier fehlt dies, dort fehlt das. Doch betrifft das für den Normalanwender, oder nur die Verrückten, die tagelang die kleinsten Straßen vergleichen und nach Fehlern suchen? Wir haben beschlossen nicht einfach wie der Mainstream die Nachrichten abzuschreiben, sondern uns selbst auf die Suche, oder hier besser Straße, gemacht:

Anhand dieses ersten Bildes erkennt man schon: Ein Rechteck mit abgerundeten Ecken - sonst nichts. Wobei, der Hintergrund dieses großen, abgerundeten Rechtecks(tm/D670286) erinnert durch die Wabengitterstruktur und die verschiedene Lichtverteilung sehr an die 3M Reflexstreifen, auf die es ebenfalls Design-Patente geben dürfte.

apple-maps-navigation-beschilderungWas hier fehlt sind definitiv Anhaltspunkte der Umgebung, seien es Straßen, Waldgebiete oder Bebauungen, einfach irgendetwas, das einem zeigt, wo man ist. Aber auch ohne Anleitung oder Information kam dann irgendwann die Zoom-Geste ins Gedächtnis, mit der ein wenig mehr vom Nichts zu sehen war. Auch andere Gesten führen zu sinnvollen Interaktionen, beispielsweise kann man im 3D-Modus die Karte frei über die Himmelsrichtungen drehen und im Betrachtungswinkel kippen. Ein wenig später sah man dann aber doch nicht einen grünen Waldrand rechts des Weges, die Endkanten der Bewaldung waren relativ korrekt eingezeichnet. apple-maps-navigation-hochkant

Weiter ging es, bis zum im Bild erwähnten Kreisel, hier zeigte sich zum ersten Mal, das die “Bundesstraße” sogar eine gelbe Nummer hat. Hier im Dorf, dessen räumliche Begrenzung nie sichtbar wurde, tauchten dann auch Straßennamen der Seitenstraßen auf, in der Hochkantansicht sind diese jedoch meist eher schlecht zu lesen, da der Platz an der Seite fehlt.Doch im Gegensatz zur Queransicht ist hier der künftige Straßenverlauf besser zu sehen. Was bereits hier aus den heute üblichen Navigationsgeräten fehlt, ist eine Geschwindigkeitsanzeige, nicht nur die aktuell gefahrene, sondern auch die erlaubte können nicht dargestellt werden.

Variabel sind, durch einen einfachen Klick ins Bild, auch die ungefähre Ankunftszeit, die noch zu fahrenden Zeit und die noch zu fahrenden Kilometer einblendbar, durch klick auf die Übersicht zeigt Apple Maps die Gesamtstrecke an, die man sich, immerhin das ist bereits möglich, aus mehreren Routenvorschlägen ausgesucht hat.

apple-maps-navigation-speerbildschirmWähren die App aktiv ist bleibt der Bildschirm auf der eingestellten Helligkeit und navigiert wie gewünscht, schaltet man das iPhone aus, so wird die Strecke dennoch im Sperrbildschirm beim kurzen Anschalten seitens des Apps weiterhin mitverfolgt.

Danach ging es in die Stadt, in der man erst einmal von POIs erschlagen wird, nachdem wir vorher so gut wie nichts am Wegesrand gesehen hatten. apple-maps-navigation-rathaus-hamburgDer in den Nachrichten oft erwähnte Berliner Hauptbahnhof ist zwei zu finden gewesen, über den in Hamburg können wir weniger meckern, dieser ist nämlich gleich durch drei POI-Symbole gekennzeichnet. Allerdings wird, wie aus Google Maps bekannt, keine U-Bahnlinien in Farbdarstellung über die Karte gezeichnet.

Das Hamburger Rathaus zu finden ist schon deutlich schwieriger, allgemein scheinen staatliche Gebäude und Liegenschaften für Apple uninteressant zu sein. Nur durch das, im Rathauskeller vorhandene, Restaurant konnte man erahnen wo es sich befindet.

Bestätigen könnte man dies mit der Satellitenansicht. Mit der Google-Karte und den realistischen 3D-Gebäuden im Hinterkopf folgt der Druck auf den 3D-Button führt die Ansicht des Gebäudes und Schattens endgültig ins Abstruse, so wie wir es zu den alten Anfängen von Google Maps auch schonmal gesehen und wohlweislich vergessen hatten.

apple-maps-navigation-stau-bauarbeiten

Andere POIs hingegen sind genügend vorhanden, hier hilft die Datenbank des Bewertungsportals Yelp, auf dem logischerweise eher Ladengeschäfte verzeichnet sind, wer trägt da schon schmeichelhafte Wort über sein geliebtes Ortsamt ein? Was aber wirklich gut funktioniert sind die Verkehrs-POIs, die aktuelle Sperrungen und Baustellen anzeigen. Durch einen Klick auf das Icon wird die betroffene Straße angezeigt, durch einen weiteren eine detaillierte Seite mit Straßenverlauf, Sperrdauer und Baugrund.

Verkehrsmeldungen sind jedoch auch Staus, diese werden Live durch eine rot gestrichelte Linie seitlich der Straße entsprechend der Fahrtrichtung angezeigt, dies scheint auf in Großbritannien zu funktionieren.

Für ein endgültiges Fazit mag es noch zu früh sein, jedoch haben sich die Konkurrenzprodukte nicht über Nacht in die heutigen Systeme verwandelt. Da jedoch Teile von TomTom eingekauft wurden könnte man über diese Schiene schnell Neuerungen und Verbesserungen erwarten.Wenn man jedoch eine Zieladresse hat und zu diesen navigieren möchte, so ist Apple Maps bereits zu gebrauchen, zwar all den heute bekannten Komfort der Navigationsgeräte, aber deutlich bedienfreundlicher als die gute alte Landkarte.

Nebenbei soll sich ein neues Google Maps für iOS auf dem Weg befinden, lässt Apple dies zu? Es bleibt spannend, wie sich die mobile Navigation auf dem iPhone weiterentwickeln wird. Bis dahin haben wir aber für ernsthafte Anwendungen immer noch Apps wie Navigon…

Danny
Macht Webpublishing seit 2005, frühes Mitglied von Appexam und gehört damit eher zum Inventar als zur Redaktion ;-)

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