20 Jahre SMS – Auslaufmodell oder Dauerbrenner

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Am kommenden Montag, den 3. Dezember 2012, feiert die SMS ihren 20. Geburtstag. Der Short Messaging Service wurde erstmals im Jahr 1992 eingesetzt um kurze Textnachrichten über das Mobilfunknetz zu verschicken. Die Länge einer SMS wurde auf 160 Zeichen begrenzt, da zum einen technische Restriktionen vorhanden waren und zum anderen beim analogen Pendant, der klassischen Postkarte bzw. bei Telexen in aller Regel ebenfalls weniger als 160 Zeichen übermittelt wurden. Nachdem die Texteingabe auf dem Handy zunächst durch Mehrfachtippen einer Taste erfolgte, wurde das Versenden von SMS durch das 1998 erfundene Texteingabesystem T9 erheblich komfortabler.

Die Abkürzung steht für „Text on 9 keys“ und ermöglicht die automatische Erkennung von Wörtern anhand eines auf dem Handy gespeicherten Wörterbuchs. Nach ihrer Einführung gelang der SMS innerhalb kurzer Zeit der Aufstieg zu einem der umsatzträchtigsten Dienste im Mobilfunkmarkt. Für das Jahr 2012 prognostiziert der Branchenverband Bitkom, dass die Deutschen rund 58 Milliarden SMS verschicken. Das entspricht pro Bundesbürger rund zwei SMS pro Tag bzw. 700 SMS pro Jahr. Den resultierenden Umsatz der deutschen Mobilfunkanbieter beziffert der Branchenverband auf immerhin 3,1 Milliarden Euro.

SMS Flat lohnenswert ab etwa 110 Textnachrichten pro Monat

Bei derzeit marktüblichen Preisen von rund 9 Cent pro SMS lohnt sich für Intensivnutzer schnell eine SMS Flatrate. Erhältlich sind entsprechende Pauschalangebote ab etwa 10 Euro pro Monat. Wer also monatlich mehr als 110 Textnachrichten in alle deutschen Netze verschickt, sollte sich die Buchung eine SMS Flat durch den Kopf gehen lassen. Dies gilt natürlich nur, sofern der genutzte Mobilfunkvertrag nicht bereits eine entsprechende Option beinhaltet. Mit dem im Jahr 2012 aufgekommenen Trend zur All Net Flat kommen zahlreiche weitere Vertragskunden mit SMS Pauschalabrechnung hinzu. All Net Flat Handytarife inklusive SMS sind aktuell zu Preisen ab etwa 20 Euro Grundgebühr pro Monat zu haben.

Neben SMS lassen sich dann auch unbegrenzt Anrufe in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze führen. All Net Flat Tarife, welche zusätzlich auch eine Internet Flatrate beinhalten sind gegenwärtig ab etwa 25 Euro pro Monat erhältlich. Die SMS Flat wird hierbei oftmals als optionale Tariferweiterung angeboten. Die günstigsten All Net Flats im E-Plus Netz gibt es derzeit bei Base, Yourfone und Simyo. Im Handynetz von O2 surft und telefoniert man bei Klarmobil zu vergleichsweise günstigen Konditionen. Etwas teurer sind hingegen die Smartphone Pauschaltarife im Telekom D1 oder Vodafone D2 Mobilfunknetz.

Konkurrenz durch Internet-basierte Apps

whatsappSmartphones mit Internetzugang haben heute klassische Handys bei den Verkaufszahlen von Neugeräten bereits abgelöst. Der SMS Umsatz (anteilig, bezogen auf mobile Datendienste) ist seit Jahren rückläufig. Geschuldet ist dies unter anderem der zunehmenden mobilen Nutzung von E-Mails, neuen technischen Standards wie beispielsweise Joyn sowie diversen Apps.

Zu nennen sind hier insbesondere das vor allem unter Jugendlichen populäre System Whatsapp, aber auch vergleichbare Angebote wie ICQ, yuilop, ChatOn und Touch. Bei mehreren Apps werden aufgrund mangelnder Verschlüsselung allerdings immer wieder Sicherheitsbedenken geäußert. Der von Vodafone, Telekom und o2 forcierte Joyn-Service ist zudem im Gegensatz zu vielen anderen Internet-basierten Apps nicht kostenlos.

Das Joyn Angebot wird von vielen Experten als Kampfansage der Mobilfunk-Netzbetreiber an WhatsApp und andere Messenger-Dienste betrachtet um die durch die rückläufigen SMS Umsätze drohenden Verluste zu kompensieren. Eines ist allen SMS Alternativen aber gemein. Nutzer benötigen hier lediglich einen heute vergleichsweise günstig erhältlichen Internettarif (Mobilfunk, DSL, Kabel) um am PC oder per Smartphone App Kurznachrichten zu versenden. Fazit: Die neuen Vertragsmodelle (All Net Flats), Smartphone Apps und Messenger-Dienste werden den jetzt 20 Jahre alten Short Message Service nur zum Teil kannibalisieren. Die SMS wird neben den neuen Nutzungsformen noch einige Jahre parallel existieren.

Was meint Ihr? Wie lange wird sich die SMS noch halten können oder benutzt Ihr bereits heute ausschließlich kostenlose Apps um per Textnachricht zu kommunizieren? Würdet Ihr für Whatsapp auch eine monatliche oder jährliche Grundgebühr zahlen?

Anton
Schreibt seit 2008 über Soft & Hardware und ist Mitbegründer von Appexam. Auch zu finden auf Google+

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