62% der Top Videos auf YouTube in Deutschland gesperrt

youtube-sperreTraurig aber wahr: Deutschland führt die Liste mit gesperrten Videos auf YouTube mit gewaltigen 61,5% der meistgesehenen Videos an - Südsudan auf Platz 2 kommt gerade einmal weit abgeschlagen auf knapp 15%.

Auf der Website von OpenDataCity (unten eingebunden) könnt ihr eine Übersicht über die Top 1000 Videos auf Youtube ansehen und dann farblich visualisiert bekommen, wie viele der Videos dank der GEMA und anderen Rechtsansprüchen nicht verfügbar sind. Sehr interessant dabei: gerade einmal 8,4% der Videos sind explizit wegen eines Urheberrechtsanspruch (meist eines Labels) in Deutschland nicht verfügbar, ganze 53,1% jedoch sind nur schon wegen eines möglichen Rechtsanspruch der GEMA gesperrt (also quasi jedes Musikstück), da man sich vor Klagen der GEMA wegen unrechtmäßigen Monetarisieren schützen will.

Diese großzügige Sperrung von Inhalten von Seiten von YouTube und damit Google ist aber laut GEMA trotz mal wieder gescheiterten Verhandlungen (man munkelt etwas von mehreren Cents pro Aufruf von (Musik-)Videos) hauptsächlich als negative Stimmungsmache gegenüber der Rechteverwertungsgesellschaft zu verstehen. Bislang hatte man sich bei der GEMA gegen rechtliche Schritte entschieden, nach dem erneuten Scheitern hat man nun jedoch in München eine Unterlassungsklage gegen Google eingereicht.

Die Daten sind übrigens in Zusammenarbeit mit der ProSiebenSat.1-Tochter MyVideo zusammengetragen worden. Edit: MyVideo tritt nur als Sponsor auf, die Daten selber kommen über die YouTube-API. (Vielen Dank an Marco von OpenDataCity für die schnelle Verbesserung in den Kommentaren). Vermutlich darf man hier gewisses Interesse daran sehen, die eigene Plattform, insbesondere deren Ausrichtung für Musikvideos, stärker zu pushen, indem man die Probleme des Konkurrenten aufzeigt.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

2 Kommentare zu “62% der Top Videos auf YouTube in Deutschland gesperrt”

  1. marco sagt:

    hi,

    “Die Daten sind übrigens in Zusammenarbeit mit der ProSiebenSat.1-Tochter MyVideo zusammengetragen worden”

    ist falsch - wir haben die app entwickelt und einen sponsor gesucht - inhaltlich, technisch oder sonstwie war myvideo nicht involviert - die zahlen stammen von der api von youtube.
    gruß, mm

  2. Pascal sagt:

    @Marco Oh, sorry, wird umgehend berichtigt!

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