Barrierefreie Apps - gibt’s überhaupt so etwas?

In den letzten Jahren gab es zum Glück viele Änderungen, sowohl von gesetzlicher Seite als auch in Form von finanzieller Unterstützung, die es Menschen mit Behinderungen möglich machen ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben zu führen.

Apple lässt unkompliziert Texte vorlesen

Apple lässt unkompliziert Texte vorlesen

Auch Smartphones haben einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen, dass das Leben von beispielsweise einen Menschen mit eingeschränkten oder gar komplett ohne Sehvermögen in Würde und unabhängiger möglich ist. Eine hier sehr praktische Entwicklung hierbei sind die sogenannten Voice-Over, die automatisch das markierte Element auf dem Bildschirm erklären und Hilfstexte laut vorlesen.

Apple hat als erstes diesen Markt erkannt (zumindest im kommerziellen Bereich) und mit dem iPhone das erste normale Handy mit eben der Voice-Over Funktion herausgebracht, welches nicht auf sonstige gängige Features verzichten musste. Mir persönlich war es letztes Jahr während meiner Arbeit mit Behinderten das erste Mal aufgefallen, dass zwar einige Nischenanbieter spezielle Geräte auf den Markt bringen, doch diese lassen meist zu wünschen übrig, denn mehr als eine Telefoniefunktion gibt es meistens nicht und einen Schönheitspreis werden diese Geräte wohl nie gewinnen. Kein Wunder also, dass viele Blinde oder sehtechnisch Eingeschränkte beim Erscheinen vom ersten iPhone quasi über Nacht heißglühende Apple-Fans wurden, denn auch wenn sie nicht alle Funktionen des damaligen Wundergerätes nutzen konnten, waren alle Systemfunktionen soweit angepasst und man musste erstmals keine unnötigen Abstriche machen.

Auch Android bietet eine große Auswahl an Bedienungshilfen

Auch Android bietet eine große Auswahl an Bedienungshilfen

Doch wie sieht das ganze aus, wenn man externe Apps betrachtet? Hier schrecken leider viele Entwickler zurück, obwohl die beiden oben genannten Systeme gute APIs und Entwicklungshilfen eben für genau diese Fälle bieten, denn manchmal muss Design und Bedienung entsprechend neu konzipiert werden. Schaut man sich beispielsweise beliebte Spiele wie World of Warcraft oder League of Legends an, so bieten diese einen extra Modus für Farbblinde. Diese stellen nämlich mit rund 5% der Weltbevölkerung keine unerhebliche Anzahl dar und dürften auch finanziell interessant sein, und auch andere Einschränkungen kann man häufig durch entsprechendes UX-Design effektiv begegnen.

Wieso schreib ich also über diese Problematik? Nun, zum einen habe ich (auch aus beruflichen Gründen) im Bekanntenkreis einen nicht unerheblichen Anteil an körperlich eingeschränkter Menschen, die es verdient haben, zumindest vergleichbare Möglichkeiten zu haben, denn mit ein wenig Voraussicht und einigen Anpassungen werden die meisten Apps nicht nur für den gehandicapten Nutzer besser zu nutzen sondern auch für jeden normalen Nutzer! Dass sich diese Mehrarbeit auch finanziell lohnen kann, wenn man für die Nutzer dadurch einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz hat, brauch ich wohl kaum zu sagen. Zum Anderen bin ich über das interessante Interview vom Standard.at gestolpert, in dem Iwona Wisniewska die Entwickler hinter der staatlich geförderten barrierefreien Jobsuch-App Career Moves befragt.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

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