IMHO: Die Gamescom 2013 hat mal wieder alles geschlagen - leider!

Es ist Montag, die fünf Tage Gamescom 2013 in Köln sind mal wieder vorbei. Wie die Organisatoren auf der Website bekanntgeben, hat man die Rekordmarke von 275.000 Besuchern im letzten Jahr mit insgesamt 340.000 um  65.000 geschlagen, was mich zumindest nach dem ersten Tag nicht verwundert hat. Denn: bereits am eigentlich für Presse und Fachbesucher exklusiven Tag war sogar der Businessbereich mit Besuchern mit der Wildcard überrannt worden - ein Arbeiten dort war ziemlich erschwert!

Gamecom 2013: Besucher so weit wie das Auge reicht

Besucher so weit wie das Auge reicht

Zu den weiteren Rekorden gehören mehr Fachbesucher, aber auch rund 800 mehr Journalisten. Auf der Spieleseite gab es noch mehr Neuigkeiten (400 vs 330) und die Messe wurde auch internationaler mit mehr ausländischen Ausstellern und Reportern. Alles in allem also gelungen könnte man sagen, wäre nicht die Ausstellungsfläche mit ihren schon gewaltigen 140.000 m² gleich geblieben, denn dadurch musste bereits beim ersten richtigen öffentlichen Tag, dem Donnerstag, also der Auftakt würde man meinen, zusätzliche Wege schaffen, damit die ganzen Besucher überhaupt zu den Hallen kamen. Man braucht wohl kaum sagen, dass wir bei unserer verspäteten Ankunft um 9:40 Uhr (Messe fing regulär um 10:00 Uhr an) schon Durchsagen über das Gelände schallten, dass alle Tageskarten ausverkauft waren, und das auch nicht nur am Donnerstag, sondern über die gesamte Messedauer!

Für den Rekordansturm dürften das große Spieleaufgebot und die beiden neuen Konsolen von Sony und Microsoft schuld sein, die auch mit großen PR Aktionen gehörigen Ansturm hatten. So hat Microsoft beispielsweise jede Stunde eine Xbox One verlost und Activision an die ersten 500 Besucher bei Call of Duty: Ghosts das Spiel in der 200$ teuren Prestige Edition verschenkt. Doch wenn man selbst als Pressebesucher, die bis zu 2 Stunden vor den “Normalen” Besuchern reinkommen, morgens in der Hoffnung die lange Wartezeit zu verkürzen nur auf zwei gewaltige Schlangen bei CoD stößt, dann frag ich mich, wieso überhaupt noch eine Unterscheidung zwischen Presse, Fachbesuchern und den normalen Besuchern macht. Im Fall von Call of Duty hätte ich natürlich auch einfach per Pressekontakte mir einen VIP-Pass besorgen können, dennoch ist das sicherlich nicht Sinn der Sache, dass man beispielsweise bei watch_dogs ganze ACHT Stunden anstehen muss, wenn man keine Tricks benutzt - und das ganze wie gesagt nicht mal am Hauptveranstaltungstag Samstag, sondern bereits am ersten öffentlichen Tag!

Stand von Activision Blizzard auf der Gamescom 2013

Stand von Activision Blizzard

Kurz um: ja, die Gamescom war interessant, hatte einige echte Neuerungen wie eben Xbox One und PlayStation 4 (wobei ich deren neue Controller nur in der EA Launch bei Need For Speed Rivals auf einem Windows 7 Rechner ausprobieren konnte), aber war eindeutig zu voll. Ich hab mal bisschen herumgefragt und nach den Rückmeldungen andere Blogs und Seiten gefiel denen das überfüllte ebenso wenig, aber auch sogar bei den Entwicklern hat die Verkaufspolitik übel aufgestoßen. So kritisierte Bethesdas Marketing-Chef Pete Hines die Leitung der Köln Messe dafür, dass sie so viele Menschen hereingelassen hat und meinte, dass es die besten Voraussetzungen für etwas schlimmes wäre - mir persönlich kam auch schon auf der Messe die Assoziation zur Loveparade 2010.

Alles in Allem würde ich sagen: Hut ab für den Erfolg, aber so wirklich konnte man den nicht genießen - zu viel Andrang, dass man nicht mal mehr in den Gängen auf den Messegelände gut voran kam und noch viel längere Warteschlangen hinterlassen nicht gerade den besten Eindruck beim passionierten Spieler, der oder die nach einem Tag dort hauptsächlich in der Schlange stand und gerade mal zwei, drei Spiele selber zu Gesicht bekommen hat. Auf der Businessseite (bei solch einer Messe muss schließlich auch eine Monetarisierung herauskommen) war es durch die nett gedachten Wildcards (fast) noch schlimmer, denn wenn man als Presse sich im Businessbereich bereits am ersten Tag, an dem eigentlich eben keine Privatbesucher Eintritt haben sollten, so fühlt wie letztes Jahr am Haupttag Samstag, dann ist hier leider eindeutig einiges an der Organisation schief gelaufen.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

Deine Meinung?

© 2013 Appexam. All rights reserved. ·
Powered by WordPress · Designed by Theme Junkie
   •    Portfolio   •   Kooperationen   •   Reviews   •   Kontakt   •   Autoren  •   Impressum