Blackberry schreibt wieder rote Zahlen, kein BB10 für’s Playbook und Microsoft zufrieden auf den dritten Platz vorbeigezogen

bb-z10Die Kanadiern von Blackberry, ehemals RIM, können einem fast schon leid tun: nach der viel zu langen Wartezeit für die Veröffentlichung von Blackberry 10 und dem beiden Smartphones Z10 und Q10 wollen sich auch weiterhin nicht positive Markterfolge einfinden. Die schlechten Quartalszahlen von 84 Millionen Dollar Verlust sind zwar nicht mehr so drastisch wie bisher, doch nach wie vor ein empfindlicher Verlust trotz Umstrukturierung und dem endlich wieder zeitgemäßen Betriebssystem.

Die Gründe für die Pleite kann man an vielen Stellen finden:

  • lange kein modernes touchbasierendes Betriebssystem (6 Jahre nach dem iPhone)
  • Schwaches App-Ökosystem: wenige relevante Apps, rund 20% der App sind sogar einfach per Android-Emulator portiert und passen deswegen nicht gut in das restliche System
  • Keine Killerapps: die einzige herausragende Funktion, BBM, hat nur noch eine verhältnismäßig kleine Nutzerschaft und verliert auch demnächst seine Exklusivität. Cross Plattform Messenger wie WhatsApp oder selbst das ebenfalls nur auf Apple Hardware beschränkte iMessage haben deutlich höhere Verbreitung
  • Teure Hardware: Q10 und Z10 kosten bei schwächerer Hardware genauso viel wie etablierte Flaggschiffe unter Android, Windows Phone und dem iPhone

Als wäre das alles nicht genug, werden sich auch die Besitzer eines Blackberry Playbooks wie bei uns Anton ärgern: Blackberrychef Heins hat jetzt persönlich zugeben müssen, dass man trotz Ankündigung eines Updates auf BB10 bereits vor über einem Jahr (Z10 und Q10 gab es nicht mal auf dem Papier!) keine Möglichkeit sieht, das neue Betriebssystem flüssig auf dem Tablet zum laufen zu bringen.

Da wundert es verständlicherweise nicht, dass Microsoft gut mit dem 3. Platz beim Marktanteil der Smartphones leben kann, denn wirklich große Alternativen abseits von den beiden Platzhirschen Android und iOS gibt es außer dem röchelnden Blackberry nicht. Außerdem ist die Nachfrage nach den Lumia-Modellen mit Windows Phone von Partner Nokia in letzter Zeit stark gestiegen, welche im günstigen Preissegment auch gegenüber den Lowbudget Smartphones mit Android durchaus deutliche Vorteile hinsichtlich Verarbeitung und Geschwindigkeit bieten. Auf Seiten der Telefonprovider scheint man das auch erkannt zu haben, denn Telefónica (in Deutschland o2) hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe von Microsofts Betriebssystem das Duopol zu knacken.

Pascal
ist seit 2010 bei Appexam als Autor tätig. Als bekennender Technikfan ist er immer auf der Suche nach neuen Spielzeugen und offen für unabhängige Tests. Auch zu finden auf Google+

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